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Gründonnerstag

Dienen und Mahl halten


Simon Petrus sagte zu Jesus: Du, Herr, willst mir die Füße waschen? Jesus antwortete: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen. Petrus entgegnete: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus erwiderte: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir.

(Joh 13,6b-8)



Jesus bückt sich und wäscht seinen Jüngern die Füße. Das war eigentlich damals die Aufgabe der Sklaven. Nicht Herrschen, sondern Dienen ist das Erkennungszeichen derer, die Jesus nachfolgen. Bis heute ist diese Haltung Herausforderung für die Christinnen und Christen selbst, aber auch für die moderne Gesellschaft insgesamt - schwer zu begreifen.

Symbolisch waschen viele Priester in der Abendmesse am Gründonnerstag Gemeindemitgliedern die Füße, bevor sie mit den Gläubigen Eucharistie feiern. Beide Zeichenhandlungen gehen auf das Tun Jesu im Abendmahlssaal zurück und stehen für die Grundsäulen der Kirche, die Diakonie und die Liturgie.

 

Mit dem Gründonnerstag beginnen die Heiligen Drei Tage, die von der Einsetzung der Eucharistie über die Kreuzigung und den Tod Jesu zur Auferstehungsfreude an Ostern führen. Das "Grün" hat dabei nichts mit der Farbe zu tun, sondern stammt vermutlich vom mittelhochdeutschen "gronan", weinen.

Der Gottesdienst am Gründonnerstag endet in Stille. Viele Gemeinden erinnern sich in Ölbergandachten und Nachtwachen daran, dass Judas, einer seiner engsten Vertrauten, Jesus nach dem Abendmahl verriet und Soldaten ihn festnahmen. Als Zeichen der Trauer darüber schweigen bis zur Osternacht auch die Glocken der Kirchen.

Foto: Abendmahl in der Abteikirche Neresheim, Martin Knoller