Konkretes und kompetentes Handeln der Kirche für das Heil der Menschen hat Bischof Gebhard Fürst als wesentliche Dimension und Prüfstein für die Glaubwürdigkeit der Kirche markiert. Bei einem Studientag der Universität Tübingen unter der Frage „Glaubenskrise hausgemacht?“ betonte der Bischof.
Vor Studenten und Professoren sagte er am Mittwoch, Weltdienst der Kirche sei Heilsdienst und Heilsdienst sei Weltdienst. Das Engagement für das Heil der Menschen sei bereits für die ersten Christen Selbstverpflichtung und Prüfstein gewesen. „Weltloser Glaube erzeugt eine glaubenslose Welt.“ Bischof Fürst wies darauf hin, dass die Faszination des Christentums vor allem dann groß gewesen sei, wenn Christen sich in herausragender Weise diakonisch bewiesen hätten. Christlich diakonisches Handeln sei nicht lediglich eine Art von Dienstleistung, sondern lasse „Christus in der Gegenwart zum Ereignis werden“. Diese Grundhaltung verpflichte zu Sachverstand, damit sie glaubwürdig Not wendend wirken könne. Die frohe Botschaft vollzieht sich laut Bischof Fürst in Nächstenliebe und Barmherzigkeit für Arme, Kranke und Notleidende. Das Christentum sei substanziell eine Heils- und Heilungsreligion, die von daher in jeder Zeit Überzeugungskraft beziehe. „Vor dem Christentum gab es keine Hospitäler“, spitzte der Bischof zu.
Als vorrangige Herausforderung der Kirche von heute bezeichnete Bischof Fürst, die Zeichen der Zeit zu erkennen, sie im Licht des Evangeliums zu deuten und dann entsprechend konsequent und kompetent zu handeln. Dieser Aufgabe sich zu stellen, sei für die Kirche nicht beliebig; vielmehr sei der diakonisch profilierte Weltbezug konstitutiv. Konkret benannte der Bischof als aktuelle Aufgaben unter anderem, der Kirche ein schöpfungsfreundliches, lebens-, kinder- und familienfreundliches Gesicht zu geben und diesbezüglich auch in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft hineinzuwirken. „Wir brauchen familienfreundliche Wirtschaft und nicht wirtschaftsfreundliche Familien.“
Pressemeldung drs/Uwe Renz
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