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Gelebte Solidarität

Arbeitnehmer aus Uganda besuchen KAB Rottenburg-Stuttgart


Verantwortliche der KAB-Partnerorganisation Catholic Workers Movement (CWM) aus sechs ugandischen Diözesen haben Württemberg besucht. Ein Solidaritätsmarsch bei Bad Wurzach brachte über 3200 Euro für Sozialarbeit im Bereich Aids, Hunger und Gewalt in Afrika ein.



In den Häusern gibt es Wasser und Strom, zu jedem Dorf führt eine Straße und auf dem Friedhof sind die Wege geteert. Deutsche Selbstverständlichkeiten brachten die zehn Verantwortlichen der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung aus sechs ugandischen Diözesen zum Staunen. In einem Einführungsseminar lernten sie aber auch problematische Seiten der sozialen und politischen Lage Deutschlands kennen. Sie besuchten ein Krankenhaus und die Aids- und Obdachlosenseelsorge. Großes Interesse fand die deutsche Beerdigungskultur.

Auf dem Programm des einmonatigen Besuches stand vor allem die Begegnung mit KAB- und CAJ-Gruppen vor Ort sowie in Gemeinden und Schulen, die Projekte in Uganda finanziell unterstützen. Die Arbeit des Catholic Workers Movement begann 1995 mit sieben Gruppen in der Diözese Masaka. Es setzte sich zum Ziel im Rahmen der christlichen Botschaft die Gesundheits-, Einkommens- und Bildungssituation der Menschen nachhaltig zu verbessern nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“. Inzwischen hat sich das CWM zu einer nationalen Organisation entwickelt, die in zwölf von 19 Diözesen mit 8.356 Mitgliedern und 258 Gruppen vertreten ist.

Die Arbeitnehmer nehmen derzeit vor allem Jugendliche und Frauen in den Blick. Vor fünf Jahren begann der Aufbau des YCWM, welches der Christlichen Arbeiter-Jugend (CAJ) entspricht. Mit Workshops zu Do it yourself, Methoden der Gruppenleitung und Projektmanagement werden die Verantwortlichen und Mitglieder geschult. Die 44 Frauengruppen sind vor allem für Witwen eine gute Möglichkeit, nicht isoliert zu sein und in der Gruppe Unterstützung zu erfahren. Viele Aktivitäten fördern die Integration von Waisen in Familien. Der ugandische Bundesvorstand möchte in Zukunft auch mehr Verantwortung für die Verteilung der Finanzmittel in Uganda übernehmen. John-Charles aus Gulu wies darauf hin, dass sie in Uganda ebenfalls einen "Länderausgleich" wie in Deutschland bräuchten zwischen bessergestellten und armen Diözesen.

„Jesus hat bei den Armen gelebt, so ist er auch bei uns und gibt uns die Kraft zum Leben. Wir drücken unsere Freunde über die Solidarität Gottes mit den Menschen durch unsere Lieder und Tänze aus,“ betonte Mary Nanziri beim Gottesdienst am 15. Juli in Seibranz bei Bad Wurzach. Dieser bildete den Auftakt für den Solidaritätsmarsch gegen Aids, Hunger und Gewalt für die Sozialarbeit in der ugandischen Diözese Kasese. Rund 60 KAB-Mitglieder aus Oberschwaben erwanderten auf der fünfzehn Kilometer langen Strecke über 3200 Euro für den guten Zweck.

Beim Besuch in der Hauptabteilung Weltkirche in Rottenburg zeigte sich Domkapitular Dr. Heinz Detlef Stäps beeindruckt von der Entwicklung der KAB in Uganda. KAB-Diözesansekretär Peter Niedergesäss zog ein positives Fazit aus dem Besuch, der die projektbezogene Zusammenarbeit verbesserte und neue Freundschaften ermöglichte. Für 2013 planen die Verantwortlichen die 36-Stunden-Aktion für soziale Gerechtigkeit in Uganda und Deutschland im gleichen Zeitraum durchzuführen.

 

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