"Missionarische Gemeinde werden im Lebensraum" - über dieses Thema diskutierten Vertreter aus Kirchengemeinden, Seelsorgeeinheiten und Dekanaten beim ersten Termin des diesjährigen Gemeindeforums. Gestärkt und mit Rückenwind ließen sie sich zurück in ihr pastorales Tun senden.
Fast 100 ehrenamtlich Engagierte und einige hauptamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger ließen sich beim Abendgottesdienst des Gemeindeforums am letzten Juliwochenende in Hohenheim senden. Zu zweit machten sie sich auf den Weg, um über diese Sendung in die je eigene Welt nachzudenken. Der Gottesdienst im Botanischen Garten und anschließend in der Antoniuskirche war nicht nur zeitlich die Mitte des Gemeindeforums.
In Vorträgen, Workshops und Bibelarbeit nahmen die Teilnehmenden die Zukunft der Gemeinden in den Blick: Welche Haltungen sind wichtig, welche Projekte haben sich bereits bewährt, welche Weichenstellungen gibt das Evangelium, um mit Mut und Geduld in eine offene und verheißene Zukunft zu gehen?
Rückenwind gab es vom Leiter der Hauptabteilung IV - Pastorale Konzeption, Domkapitular Matthäus Karrer, in vielerei Hinsicht. Christsein, so die erste These seines Impulsreferates, bestehe wesentlich im Gesandtsein. "Das heißt zum Beispiel zu erkennen, benennen und entmächtigen, was Menschen klein, arm und krank hält, um im Namen Jesu heilsam zu wirken", sagte Karrer.
Er machte Mut, genau hinzusehen und hinzuhören, wie sich die Gesellschaft verändert hat und wie Menschen heute leben. "Das mit offenen Augen gesprochene ehrliche Ja zur Situation ist die Grundlage für eine missionarische Erneuerung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart", stellte Karrer klar.
Kirche sei "im Kern ein Beteiligungsprojekt", das Bewusstsein der Berufung des einzelnen ins gemeinsame Priestertum die Voraussetzung. Die christliche Berufung meine aber nicht nur die Befähigung zu einem Ehrenamt in der Gemeinde, sondern bezieht sich wesentlich auf den "Weltdienst", auf das Christsein "in der Welt von heute", wie es das Konzil formuliert hat. "Kirche so zu gestalten, dass das alltägliche christliche Leben mehr im Zentrum steht, scheint mir eine der größten Herausforderungen der missionarischen Arbeit zu sein", betonte der Domkapitular. Ein weiterer Termin für das Gemeindeforum ist vom 5. bis 6. Oktober 2012 in Untermarchtal. Nähere Informationen bietet das Faltblatt zum Herunterladen.
Pressemeldung HA IV und Institut für Fort- und Weiterbildung/Christiane Bundschuh-Schramm
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