Kirche im Jahr

Christi Himmelfahrt

Vatertag und andere "Kuriositäten" begleiten das christliche Hochfest


Vierzig Tage nach dem Ostersonntag, immer an einem Donnerstag, feiern Christen aller Konfessionen das Fest Christi Himmelfahrt. Als eines der ältesten christlichen Hochfeste kam Christi Himmelfahrt durch die Jahrhunderte hindurch eine große Bedeutung zu.

Heute wird das Fest der Himmelfahrt Christi oftmals durch ein "weltliches Ereignis" in den Hintergrund gedrängt: dem Vatertag. Doch auch seine Wurzeln liegen in dem christlichen Hochfest.

Die Zeitspanne – vierzig  Tage – geht auf das Zeugnis des Lukas zurück. Sowohl das Lukas-Evangelium, als auch die Apostelgeschichte berichten, wie Jesus Christus, nachdem er am Ostertag von den Toten auferstanden ist, immer wieder mit seinen Jüngern gesprochen hat.

Mit seiner Auferstehung hat Christus das Einssein von Gott und Mensch begründet. Nun zeigt er sich nicht als der Welt entrückt, sondern auf eine neue Art und Weise in ihr anwesend.
Nach vierzig Tagen, so erzählen die Schriften des Lukas, wurde der Auferstandene vor den Augen der Apostel von einer Wolke aufgenommen und ihren Blicken entzogen. (Lk 24,51; Apg 1,9-11) Hier ist in Bildern ausgedrückt, was "Himmelfahrt" eigentlich meint: den endgültigen Eintritt der menschlichen Natur Jesu in die göttliche Herrlichkeit.

Gefeiert wurde die Himmelfahrt Christi in den ersten Jahrhunderten zusammen mit dem Pfingstfest. Wohl in Folge des Ersten Konzils von Nizäa (325) entstand "Christi Himmelfahrt" als eigenständiges Fest vierzig Tage nach Ostern. Somit ist es eines der ältesten christlichen Feste.
Im der mittelalterlichen Glaubenspraxis wurde die Himmelfahrt Christi durch naiv-gegenständliche Vorstellungen versinnbildlicht. Da Christus laut der Apostelgeschichte durch eine Wolke in den Himmel aufgenommen wurde, war es in einigen Gegenden üblich, an Christi Himmelfahrt nur fliegendes Fleisch, also Geflügel, zu essen.
Heute wird "Christi Himmelfahrt" oftmals sehr lautstark und bierselig gefeiert. Am "Vatertag" Gruppen von Männern – oft mit Bollerwagen ausgestattet – durch die Lande. Doch auch dieser Volksbrauch hat seine Wurzeln in dem christlichen Hochfest: Seit alters her waren an Himmelfahrt Flurumgänge und –umritte üblich. Diese hatten jedoch bereits im Mittelalter ihren religiösen Sinn verloren.
Im 19. Jahrhundert entwickelten sich aus den Prozessionen "Herrenpartien" oder sogenannte "Schinkentouren". Hierbei spielte der Alkohol eine nicht unerhebliche Rolle. Frauen waren bei diesen Ausflügen nicht zugelassen. Im 20. Jahrhundert etablierte sich der Vatertag als Gegenstück zum Muttertag immer mehr.

Die Kirchen versuchen mittlerweile diesen Trend wieder abzuwenden. So hat zum Beispiel das Erzbistum Köln eine Alternative in Leben gerufen: den "Vätertag an Christi Himmelfahrt", einen Tag voller Spiel, Spaß und Großväter, Väter, Kinder und Enkel.


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