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Rottenburg/Stuttgart. 8. März 2010. In einer zweiten von insgesamt drei Feierstunden überreicht Bischof Gebhard Fürst am Donnerstag, 18. März 2010, um 19 Uhr im Stuttgarter Bischofshaus „Stella Maris“ Urkunden und Ordensabzeichen hoher Ehrungen, mit denen Papst Benedikt XVI. verdiente Persönlichkeiten aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart ausgezeichnet hat.
Der Orden vom Heiligen Papst Silvester (auch Silvesterorden) ist der fünfthöchste Orden für Verdienste um die römisch-katholische Kirche. Der Silvesterorden, gestiftet 1841 von Papst Gregor XVI. und 1905 von Papst Pius X. erneuert, bezieht sich auf Papst Silvester I. (314–325). Die Insignien zeigen auf einem achtzackigen, goldenen, weiß emaillierten Kreuz auf der Vorderseite des schwarzen Mittelschildes das Bild Silvester I. Der Orden wird an einem schwarzen, dreifach rot geränderten Band getragen. Ursprünglich gab es den Orden in den drei Klassen Ritter, Komtur und Großkreuz-Ritter. Seit der Reform von 1905 wird er auch an Frauen (als „Dame“ bzw. „Großkreuz-Dame“) vergeben, außerdem wurde die Stufe Komtur mit Stern mit dunkelblauem Hintergrund im Mittelschild hinzugefügt.
Willibald Bezler
Willibald Bezler wurde am 25. Juli 1942 in Ellwangen geboren. Er ist verheiratet, hat fünf Kinder, und lebt in Ellwangen–Schrezheim.
Nach seiner kaufmännischen Lehre wurde er bereits 1966 Kantor an der Basilika St. Vitus in Ellwangen und gleichzeitig Leiter des Oratorienchores Ellwangen. Während dieser Zeit studierte er Kirchenmusik und Gesang an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart und schloss das Studium 1969 mit dem A-Examen ab. 1969 wurde er an der Basilika zum Kirchenmusiker angestellt. Seit 1970 ist er Leiter des collegium musicum.
1977 wurde Bezler von Bischof Georg Moser zum Kirchenmusikdirektor ernannt. Seit 1979 übt er eine Lehrtätigkeit an der Musikhochschule Stuttgart aus, zunächst für Musiktheorie, seit 1985 für Liturgisches Orgelspiel und Improvisation. Seit 1995 ist er Professor und seit 1996 Leiter der Abteilung Katholische Kirchenmusik.
Willibald Bezler liegt die künstlerische Professionalität in der Ausübung der Kirchenmusik ebenso am Herzen wie die Sorge um die musikpädagogische Arbeit mit Kindern. Er führt bis zum heutigen Tag Lektoren- und Kantorenschulungen sowie Kurse für Erzieherinnen zur Musik im Kinder- und Familiengottesdienst durch. 1975 hat er ein Konzept zur Kantorenausbildung erarbeitet.
Willibald Bezler ist Chorleiter sowohl des Stiftschors als auch des Oratorienchors in Ellwangen. Unter seiner Leitung wurden 18 bedeutende Messvertonungen neu einstudiert, 153 Motetten, darunter auch größere Kantaten und Oratorien, weltliche Liedsätze und Kantaten. Seine Repertoireliste des Stiftschores liest sich wie ein Lexikon abendländischer Chormusik.
Darüber hinaus komponiert er auch selbst für die Liturgie. In den letzten Jahren hat er unter anderem folgende Werke geschaffen: Missa Veritatem in caritate für Schola, Gemeinde, Orgel, Bläser (1989), Johannes Passion für Soliquenten und Chor (1990), Stabat mater für Sopran und Orgel (1990), Johannes Passion für Solioquenten, Schola, achtstimmigen Chor (1992), Lukas 19 f.5 Pauken (1999), Mit der Komposition der Bibli organi – 13 Hörbilder für Orgel und Schlaginstrumente von 2001 setzte er ein besonderes Zeichen seiner Arbeit. Weitere Kompositionen folgten: Erbarme dich meiner, o Gott für Kantor, Gemeinde, Tamtam, Orgel (2002), Kreuzort-Rätsel mit Lösungswort für 4 Schlagzeuger und Zuspiel (2002), Psalm 47 für Chor, Mrimbaphon, Tamtam (2001), Deutsches Fronleichnamsproprium, Vertonung des Weihnachtsevangeliums.
Seine Werke zeichnen sich aus durch die Synthese einer autonomen Tonsprache und einer gleichzeitigen Praxisbezogenheit in liturgischer und musikalischer Hinsicht.
Aufgrund seines kirchenmusikalischen Wirkens wurde Willibald Bezler Berater in verschiedenen Gremien. Unter anderem ist er Mitglied der Bischöflichen Kommission für Kirchenmusik der Diözese Rottenburg-Stuttgart, im Vorstand des Vereins zur Förderung zeitgenössischer liturgischer Musik, im Diözesan-Cäcilienverband und im Hochschulsenat. Über Jahre hinweg war er stellvertretender Vorsitzender der Konferenz der Leiter kirchenmusikalischer Ausbildungsstätten. Am 15. Juli 2002 wurde ihm die „Orlando di Lasso-Medaille“ verliehen. Vier Jahre später durfte er sein 40-jähriges Dienstjubiläum feiern.
Richard Schwörer
Richard Schwörer wurde am 14. Februar 1925 geboren. Er ist verheiratet und Vater von sieben Kindern und ist in Abtsgmünd–Hohenstadt (Ostalbkreis) wohnhaft.
Richard Schwörer stammt aus der Unternehmerfamilie Schwörer, die in der Baubranche mit mehreren Unternehmen in Deutschland und darüber hinaus tätig ist. Eines dieser Unternehmen hat er selbst geleitet. Als aktiver Katholik hat er seinen Glauben überzeugend und glaubwürdig gelebt. Täglich gehörte für ihn der Gottesdienstbesuch zu seinem Tagesablauf.
Von 1976 bis 1996 war Richard Schwörer Zweiter Vorsitzender des Kirchengemeinderates in Hohenstadt und Zweiter Vorsitzender im Dekanatsrat. Den Dienst als Lektor, Eucharistiehelfer und Wortgottesdienstleiter hat er in dieser Zeit in seiner Heimatgemeinde wahrgenommen und sich während der Vakanz um Geistliche bemüht, die in dieser Zeit Gottesdienste in der Gemeinde gefeiert haben.
Maßgeblich trug er dazu bei, dass die Patriziuswallfahrt neu belebt wurde und das Rosenkranzgebet in den Gemeinden neu gestärkt und verankert wurde. Durch seine Überzeugungskraft gelang es ihm, eine beachtliche Gruppe für das Rosenkranzgebet zu gewinnen. Über dieses Engagement hinaus, war er ein großherziger und großzügiger Spender für die vielfältigen Aufgaben der Kirche.
Richard Schwörer war Mitglied der Diözesansynode 1985/86 und hat im Ausschuss Liturgie und Verkündigung mitgewirkt. Dem Diözesanrat gehörte er von 1986 bis 1997 an. In dieser Zeit war er auch Mitglied des Finanzausschusses und der Ausgleichskommission, in letzterer war er acht Jahre stellvertretendes Mitglied. Im Diözesanrat, vor allem im Finanzausschuss, hat er mit seinem zutiefst kirchlichen Denken, seinem Sachverstand und mit seinem unternehmerischen Wissen und Engagement, vieles mit auf den Weg gebracht und gefördert. Er hat auf der einen Seite als Diözesanratsvertreter den Interessen seines Dekanates Nachdruck verliehen, aber auch stets den Blick für das Ganze gehabt und die Planungen der Diözesanleitung und Verwaltung nach Kräften mitgetragen und unterstützt.
Herr Schwörer hat sich besonders für den Glauben in seinem Umfeld stark gemacht. So hat er das Haus der Kirche in Aalen initiiert und das Projekt zum Laufen gebracht. Ruhig und beständig hat er in unzähligen Gesprächen die Beteiligten von der Bedeutung des Hauses überzeugt.
Die Renovation der Wallfahrtskirche Hohenstadt ist sein Verdienst. Es war ihm eine Herzensangelegenheit, für die er sich engagierte und auch finanzielle Unterstützung gewährte. Ebenso sorgte er dafür, dass regelmäßig Geistliche für die Gottesdienst in der Wallfahrtskirche zur Verfügung standen und stellte dazu seinen Fuhrpark zur Verfügung.
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