Die Diözese

Martin von Tours

Jedes Jahr, am 11. November, feiern die Katholiken St. Martin. Für die Diözese Rottenburg-Stuttgart ist dies ein ganz besonderer Festtag: Martin von Tours ist der Patron der schwäbischen Diözese. Allerorts erinnern Umzüge an die Legende, nach der Martin seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilte.

 


Die Diözese Rottenburg Stuttgart weiß sich ihrem Patron verpflichtet. Caritas und Mission sind deshalb zwei zentrale Aufgaben, die die Menschen in der Diözese mit großem Engagement wahrnehmen.

Einmal im Jahr, immer am Sonntag vor dem 11. November, dem Martinstag verleiht der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart die Martinusmedaille an Menschen, die sich im Sinne des Heiligen Martin ehrenamtlich sozial engagieren.


Wer war Martin von Tours

Martin war der Sohn eines heidnisch-römischen Tribuns. Er wurde 316/317 in der im heutigen Ungarn gelegenen Stadt Sabaria geboren. Mit 15 Jahren wurde er in die römische Armee eingezogen. Fortan diente er in einer Eliteeinheit der berittenen kaiserlichen Leibgarde. Martin, der schon früh eine christliche Erziehung genoss, bereitete sich während seines Militärdienstes auf die christliche Taufe vor.


Mantelspende des hl. Martin. (Altartafel, um 1440)

In diese Zeit fällt das Ereignis, dem der Heilige Martin bis heute seine Popularität verdankt:

334 ist der junge Gardeoffizier in Amiens stationiert. Am Stadttor begegnet er einem frierenden Bettler. Martin hat Erbarmen mit dem Mann, zieht sein Schwert, teilt seinen Mantel und schenkt ihm die Hälfte des Mantels.

In der folgenden Nacht erscheint ihm dann Christus mit dem Mantelstück bekleidet: Er ist es, der Martin als Bettler prüft.

Diese Begebenheit veranlasst Martin, seinen Dienst beim Kaiser zu quittieren und fortan Gott zu dienen.

Martin lässt sich taufen, wird Priester und lebt zunächst als Einsiedler. In der Bevölkerung wird er als Ratgeber und Nothelfer geschätzt und schart bald zahlreiche Anhänger um sich. Um 360 gründet Martin in der Nähe von Poitiers ein Kloster.

372 steht in Tours die Bischofswahl an: Martin ist bei der Bevölkerung der Favorit. So wird er am 4. Juli zum Bischof geweiht, nicht ganz ohne den Widerstand des konservativen Klerus.



Laternenumzug der Kinder am Martinstag.

Während seines Pontifikats unternimmt der „Volksbischof“ einige Missionsreisen. Am 8. November 397 stirbt der Bischof von Tours auf einer dieser Fahrten in Candes, im betagten Alter von ca. 81 Jahren. Am 11. November wird er beigesetzt.

Heute ziehen an diesem Tag allerorts Kinder mit Laternen durch die Straßen. Begleitet wird dieser Umzug von einem Reiter mit Mantel und Schwert, der den Heiligen Martin darstellt, und einem „Bettler“, die die Begebenheit in Amiens nachstellen.


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