Kirche im Leben |
Der Dom Sankt Martin zu Rottenburg„Ich freute mich, als man mir sagte: |
Wer nach Rottenburg kommt, sieht ihn schon von Weitem: den 58 Meter hohen, spätgotischen Turm des Doms St. Martin, der hoch über die Dächer der Stadt zum Himmel ragt. Der Dom auf dem Rottenburger Marktplatz bildet die Mitte der schwäbischen Bischofsstadt, die Mitte der Kirchengemeinde St. Martin und vor allem die Mitte der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Wer durch das schlichte Hauptportal den 2003 nach einer dreijährigen Renovation wiedereröffneten Kirchenraum betritt, tritt in einen sakralen Raum des Lichts. Er gibt Zeugnis von dem himmlischen Licht, das Jesus Christus in seiner Menschwerdung auf die Welt brachte und in seiner Auferstehung ein für alle Mal in seinem überirdischen Glanz aufleuchten ließ. Deshalb kann man den Dom St. Martin sicherlich als einen Ort bezeichnen, an dem Himmel und Erde sich berühren. |
Die Geschichte des Doms
In der Stadtmitte von Rottenburg, wo sich heute der Dom St. Martin erhebt, wurde um 1280 eine frühgotische Liebfrauenkapelle erbaut. An ihre Stelle trat eine gotische Stadtpfarrkirche, mit deren Bau 1424 begonnen wurde. Ihr Name und Patrozinium St. Martin, übernommen von der Pfarrkirche im Dorf Sülchen, ist erstmals für das Jahr 1436 bezeugt. Ein grauenvoller Stadtbrand machte in den Jahren 1644-1655 einen grundlegenden Wiederaufbau notwendig, der im Zeichen des Barock stand. Kirchweihe dieses Baus war am 8. September 1655. Eine neue Epoche begann 1821, als Rottenburg Bischofssitz und Mittelpunkt der Katholiken des Königreichs Württemberg wurde. Die Pfarrkirche St. Martin wurde Bischofskirche und blieb zugleich wie bisher Pfarrkirche. In den vergangenen zwei Jahrhunderten wurde die Domkirche mehrfach renoviert und dem jeweiligen zeitgenössischen Stil angepasst: Neugotik (1867/68 und 1897), Neubarock (1927/28), Purismus (1955/56), Neubarock/ Eklektizismus (1977/78). |
Die Renovation 2001-2003
Aus architektonischen und ästhetischen Gründen erwies sich kurz vor der Jahrtausendwende wieder eine Renovation dringend geboten, die in den Jahren 2001-2003 nach einem Gutachterverfahren durch das Architekturbüro Hahn Helten, Aachen, erfolgte. Die Wiedereröffnung des erneuerten Domes gehörte zu den Höhepunkten des 175-jährigen Jubiläums der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Der Renovation des Domes entspricht eine aus dem Glauben kommende Einladung an die Gemeinde und die Diözese zur Feier der Liturgie sowie zum Verweilen und Beten. Der erneuerte Dom will ein festlicher Raum des Gottesdienstes und eine verinnerlichende Oase der Stille sein. Gottesdienst und Gebet lassen den Kirchenraum mit seiner architektonischen Gestalt, seiner künstlerischen Ausstattung und seiner sakralen Atmosphäre erfahren und erkennen, wie es der Dichter Reinhold Schneider formuliert hat: "Eine Kirche versteht nur, wer in ihr niederkniet." |
Bronzereliefs zu den BischofswappenFür den Dom Sankt Martin in Rottenburg wurden Bronzereliefs zu den Bischofswappen der Diözese Rottenburg-Stuttgart angefertig, die im Kirchenschiff zu finden sind. |
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