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Die Wallfahrt nach Santiago de Compostela
Seit über achthundert Jahren zieht die Verehrung des Apostels Jakobus des Älteren zahllose Pilger nach Spanien, zum legendären Grab des Heiligen auf dem Sternenfeld. Santiago de Compostela liegt im äußersten Nordwesten Spaniens, 80 km entfernt vom „finis terrae”, dem „Ende der Welt”. Die Jakobswege führen durch ganz Europa. Viele Menschen brechen heute auf, um auf Wegstrecken durch Deutschland, die Schweiz oder durch Frankreich nach Spanien auf den Spuren einer langen Tradition zu pilgern - auf den Spuren der Jakobuspilger. Santiago de Compostela bedeutet eigentlich "Sanct Jakobus in Campo stellae", "Heiliger Jakob im Sternenfeld". Das war die Bezeichnung für die Flur, in der die Reliquien des Heiligen gefunden wurden. Jakobus der Ältere ist einer der zwölf Apostel Jesu. An vielen Stellen der Evangelien und in der Apostelgeschichte wird seine herausragende Rolle betont. Erwiesen ist, dass der Apostel von Herodes Agrippa I. im Jahr 44 nach Christus mit dem Schwert enthauptet wurde und so als Märtyrer starb (vgl. Apostelgeschichte 12,2). In der Legende Aurea, einer mittelalterlichen lateinischen Legendensammlung, wird berichtet, dass Jakobus der Ältere in Spanien missioniert habe. Nach erfolglosem Bemühen sei er nach Palästina zurückgekehrt und dort verstorben. Die Legende erzählt, dass seine beiden Begleiter, Theodorus und Anastasius, den Leichnam des Apostels in ein Boot gelegt haben sollen. Frei im Meer treibend, habe dieser schließlich die galizische Küste erreicht. Der im 9. Jahrhundert gemachte Fund einer römischen Grabanlage, der Legende nach 825 nach Christus, vom Einsiedler Pelagius auf Grund eines hellen Sternenscheines am Ort des heutigen Santiago de Compostela entdeckt, wurde bald als Begräbnisstätte des Heiligen verehrt. Der spanische König Alfons II. ließ über dem Grab eine Kirche bauen, die zum Ziel der Pilger wurde. Jakobus wurde der Schutzpatron Spaniens und seinem Schutz wird die Rückeroberung des Landes aus der Hand der Mauren zugeschrieben. So erschien er nach der Legende 844 in der Schlacht von Clavijo in Nordspanien und führte die Christen zum Sieg. Der 25. Juli ist der Gedenktag des heiligen Jakobus. 1987 wurden die Jakobswege vom Europarat zur "ersten europäischen Kulturstraße Europas" erklärt. Die Überlandroute nach Santiago, die gleichzeitig die bekannteste und die am besten ausgestattete ist, wird Französischer Weg genannt. Der Weg tritt in Somport oder Roncesvalles in den Pyrenäen nach Spanien ein und eint sich später in Puente la Reina in Navarra, geht weiter über La Rioja und Kastilien-León, führt über O Cebreiro nach Galicien und endet in Santiago. Eine weitere interessante Route ist der Nördliche Weg, der auch als Kantabrische Route oder als Oberer Weg bekannt ist, und durch das Baskenland, Kantabrien und Asturien verläuft und sich in Galicien teilt. Historisch erweiterten einige berühmte Pilger den Weg bis nach Finisterre. Die Route der Silberstraße durchquert Extremadura, Salamanca, wo Wege aus Portugal dazustoßen, und Zamora bis Galicien über Verín oder ab Astorga anknüpfend über den Französischen Weg. Es gibt noch viele weitere Wege nach Santiago wie den englischen Weg und die Seerouten. Die Jakobsmuschel und die Ausstattung des Pilgers Die Schwäbische Jakobusgesellschaft |


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