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Pastoralreise Ukraine 2019

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Praktische Hilfe wirkt nachhaltig

Warmes Wasser, ganz umweltfreundlich gewonnen - Foto: Thomas Brandl

Aus dem Fonds StromSparCheck hat die Diözese Rottenburg-Stuttgart den St.-Josefsschwestern im ukrainischen Stryi eine Solaranlage finanziert. Diese sorgt seit 2018 von April bis Oktober umweltfreundlich für warmes Wasser im Kindergarten. Fünf Schwestern kümmern sich dort ganztägig um 72 Buben und Mädchen im Alter zwischen drei und sechs Jahren. Außerdem sind sie in der Katechese und der Gemeindearbeit tätig.

Die Plätze im Kindergarten sind laut Schwester Natalys "sehr begehrt auch bei Eltern anderer Konfessionen." Zwei Drittel gehören nicht der römisch-katholischen Kirche an. Den Abschluss der zehntägigen Pastoralreise von Bischof Gebhard Fürst bildete die Sonntagsmesse in der Kathedrale von Lemberg/Lviv.


Erzdiözese Ivano-Frankivsk - ein Vorzeigemodell

Voll besetztes Priesterseminar - Foto: Thomas Brandl

Fast 200 Seminaristen in der überdiözesanen Ausbildungsstätte, 500 Priester für 380 Pfarreien, das einzige katholische Gymnasium der Ukraine, eine medizinische Ambulanz auch für Arme, 70 Prozent Anteil an der Gesamtbevölkerung - und demnächst ein katholischer Kindergarten als weiteres Pilotprojekt: die ukrainisch-griechische Erzdiözese Ivano-Frankivsk gilt vielen als Vorzeigemodell. Sie war die vergangenen Jahre auch ein Förderschwerpunkt der weltkirchlichen Arbeit der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

"Ohne die Unterstützung aus Deutschland hätten wir es niemals geschafft, unsere Kirche nach dem Verbot durch die Kommunisten wieder so stark aufzubauen", sagte Mykhailo Klapkiv, Bischofsvikar und Ökonom der Erzdiözese beim Empfang von Bischof Gebhard Fürst und seiner kleinen Delegation. Als Ausdruck der großen Dankbarkeit bekam Bischof Fürst von seinem Amtsbruder Volodymyr Vijtishin den Orden Erster Klasse der Erzdiözese Ivano-Frankivsk verliehen und Dr. Heinz Detlef Stäps, Leiter der Hauptabteilung Weltkirche, den Orden zweiter Klasse.


Im Jerusalem des Ostens

Bischof Gebhard Fürst mit Erzbischof und Metropolit Mieczyslaw Mokrzycki (rechts) und Weihbischof Eduard Kawa - Foto: Thomas Brandl

Die Stadt Lemberg, Metropole Galiziens, galt einst als "Jerusalem des Ostens". Christen und Juden lebten in der östlichsten Großstadt des Habsburger-Reiches über Jahrhunderte friedlich zusammen. Heute ist das ukrainische Lviv - anders als der Rest des Landes - eine Hochburg des Katholizismus: mehr als die Hälfte der Bevölkerung gehören der griechisch-katholischen oder der römisch-katholischen Kirche an.

Die Pastoralreise 2019 führte Bischof Gebhard Fürst und seine kleine Delegation in die beiden Priesterseminare, denen es an Nachwuchs absolut nicht mangelt, zu mehreren Kirchen-Neubauten, zur im Aufbau befindlichen "Ucrainian Catholic University" mit ihrer modernen, vom Stuttgarter Architektenbüro Behnisch&Partner gebauten modernen Bibliothek, in die beiden Kathedralen und in eine Armenküche.

Der römisch-katholische Erzbischof von Lemberg Mieczyslav Mokrzycki, den die Rottenburger besuchten, diente als Sekretär den beiden Päpsten Johannes Paul II. und Benedikt XVI, bevor er in die Heimat zurückkehrte. Heute zählt die römisch-katholische Kirche der Ukraine etwa eine Million Mitglieder, die mit Rom unierte griechisch-katholische Kirche fünf Millionen.


Seeleutepastoral am Schwarzen Meer

Pfarrer Oleksander Smerechynsky von "Apostleship of the Sea" vor dem Haus Stella Maris in Odessa - Foto: Thomas Brandl

Odessa ist eine multikulturelle Hafenstadt mit über 140 Nationalitäten - das Tor der Ukraine zur Welt und noch wichtiger geworden seit der Annexion der Krim durch Russland 2014. Odessa kämpft aber auch mit vielfältigen Problemen: kaputte Familien, Korruption, Menschenhandel, viele Flüchtlinge aus dem Donbass im Osten des Landes und die höchste HIV-Rate der ganzen Ukraine.

Im Mittelpunkt des Besuches von Bischof Gebhard Fürst und seiner kleinen Delegation im Rahmen der Pastoralreise 2019 standen deshalb vor allem Hilfsprojekte der Caritas sowie der römisch-katholischen und der ukrainisch-griechischen katholischen Diözese Odessa. Beide kümmern sich intensiv um Straßenkinder und solche aus benachteiligten Familien.

Im Zentrum von Odessa hat die Hauptabteilung Weltkirche der Diözese Rottenburg-Stuttgart in den beiden letzten Jahren mit über 90.000 Euro "The Way Home" unterstützt, ein Kinderhaus mit Notunterkunft, psychosozialer Beratung, medizinischer Hilfe und umfangreichen Betreuungsangeboten. Vom nahe des Hafens gelegenen Haus Stella Maris aus kümmert sich die "Apostleship of the Sea" mit Pfarrer Oleksander Smerechynsky an der Spitze um das Seelenheil der Seeleute, die in Odessa vor Anker liegen oder der ukrainischen Marine angehören - und hat eigens für sie sogar eine eigene App mit dem Namen "Sea Prayer" entwickelt.

Pfarrer Oleksander war schon dreimal zu Besuch bei der ukrainischen Gemeinde in Stuttgart


Für die Schwächsten der Gesellschaft

Kinderhaus der Caritas Spes in Bortnytschi bei Kiew - Foto: Thomas Brandl

Sie waren vom Leben nicht gerade privilegiert, aber die Jungen und Mädchen vom Kinderhaus der Caritas Spes in Bortnytschi bei Kiew haben dort mehr als nur ein Zuhause gefunden. Dass sich die Kinder geliebt fühlen, hat sehr viel mit Schwester Svetlana zu tun, die sich wie eine Mutter um ihre zehnköpfige Rasselbande im Alter zwischen fünf und 15 Jahren kümmert.

Und mit Bischof Stanislav Szyrokoradiuk von der römisch-katholischen Kirche. Fünf der 26 Kinderhäuser für Waisen und aus schwierigen Familien stammende Buben und Mädchen in der Ukraine hat er persönlich mit enormem Engagement auf den Weg gebracht. "Unser Opa" nennen sie den 63-Jährigen dankbar - und der ist sehr stolz darauf, dass er inzwischen "schon acht Enkelkinder" hat.

In der Diözese Rottenburg-Stuttgart ist Bischof Szyrokoradiuk durch die langjährige Zusammenarbeit mit der Hauptabteilung Weltkirche und viele Besuche in Württemberg ein bekanntes Gesicht. Bischof Gebhard Fürst zeigte sich beim Besuch des Kinderhauses tief beeindruckt. "Es bewegt mich zutiefst, wenn ich sehe, wie hier der sozialcaritative Ansatz für die Schwächsten in unserer Gesellschaft gelebt wird", sagte er im Rahmen seiner Pastoralreise in die Ukraine.


Kirche im Aufbruch

In Troieschdyno, einem 300.000 Einwohner-Stadtteil von Kiew, baut Pfarrer Vitaliy Herasymiv derweil eine komplett neue Gemeinde auf - Foto: Thomas Brandl

Im Rahmen seiner Pastoralreise in die Ukraine hat Bischof Gebhard Fürst das von der Diözese Rottenburg-Stuttgart mitfinanzierte neue Priesterseminar der drei Heiligen in Kniazhychi besucht. Unter der Ägide von Direktor Petro Zhuk lassen sich dort derzeit 75 junge Männer zu Priestern ausbilden. Auf zehn angebotene Plätze kamen im vergangenen Jahr 25 Bewerber. Abgerundet wurde die Visite mit einem Besuch bei Weihbischof Bhodan Dzurakh von der ukrainisch-griechisch katholischen Kirche.

In Troieschdyno, einem 300.000 Einwohner-Stadtteil von Kiew, baut Pfarrer Vitaliy Herasymiv derweil eine komplett neue Gemeinde auf, die innerhalb eines halben Jahres bereits gut 100 Mitglieder gewonnen hat. Gottesdienst gefeiert wird derzeit in der Cafeteria eines Kriegsveteranenverbandes. Sehnlichster Wunsch der Gemeinde deshalb: eine eigene Kirche. Weitere Stationen auf der Reise der kleinen Rottenburger Delegation sind die römisch-katholische Erzdiözese Kiew-Zhytomir, Odessa, Lviv und Ivano-Frankivsk.


Abflug nach Kiew

Gut eine Woche lang ist Bischof Gebhard Fürst (l.) auf Pastoralreise in der Ukraine unterwegs. Mit an Bord sind Dr. Heinz Detlef Stäps, Leiter der Hauptabteilung Weltkirche (2.v.l.), die Regionalreferentin für Osteuropa, Sylvia Frank, Bischofssekretär Peter Hohler und Mediendirektor Thomas Brandl (nicht auf dem Bild). Auf dem Programm stehen Besuche in den Erzbistümern Kiew und Lviv sowie in der Diözese Odessa. Seit 1992 fördert unsere Diözese Hilfsprojekte in der Ukraine - genau 666 an der Zahl waren's bislang mit einem Gesamtvolumen von etwa 5,6 Millionen Euro.


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Pressemeldung