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Hermann der Lahme

* 18. Juli 1013 in Altshausen, Oberschwaben
Klostereintritt: 1020
Astronom, Mathematiker, Geschichtsschreiber, Dichter, Musiker, Erfinder
Priesterweihe: 1043
24. September 1054 auf der Insel Reichenau

Körperbehinderter Klosterschüler

Hermann stammte aus dem Adelsgeschlecht von Altshausen-Veringen in Oberschwaben. Eine Behinderung – wohl von Geburt an – führte dazu, dass ihm das Gehen unmöglich war und das Sprechen schwerfiel. Im Alter von sieben Jahren kam er ins Kloster Reichenau auf der Insel im Bodensee, wo er in Abt Berno einen Förderer seiner Talente fand.

Genialer Universalgelehrter

Im Kloster hat Hermann als Mönch und Universalgelehrter die Geschichte bis in die Gegenwart hinein geprägt. Er entwickelte sich zu einem herausragenden Astronom, Mathematiker, Geschichtsschreiber, Dichter, Musiker und Erfinder. Dem wegen seiner Behinderung Hermannus contractus oder Hermann der Lahme genannten Genie wird die Einteilung der Zeit zugeschrieben, sowohl der Jahre in vor und nach Christus, als auch des Tages in Stunden und Minuten. Mit dem Astrolabium trug er zur Erfassung des Alls bei und er erfand auch eine Taschen-Sonnenuhr. Ob er den berühmten Marienhymnus "Salve Regina" verfasste, ist nicht bewiesen. Er ähnelt allerdings Texten, die eindeutig von Hermann stammen. Hermann starb 1054 im Alter von 41 Jahren im Kloster Reichenau und wurde in der Familiengrablege in Altshausen beigesetzt.

Gedenken

Die Persönlichkeit Hermanns des Lahmen zeigt, dass Frömmigkeit, Bildung und lebendiges Glaubenszeugnis zu stimmiger Einheit finden können. Sie weist darauf hin, dass aus scheinbar Schwachem enorme Kraft erwachsen kann, und dient als Warnung davor, vom äußeren Schein her auf Menschen zu schließen. Zum 1000sten Geburtstag von Hermann dem Lahmen würdigte Bischof Gebhard Fürst den genialen Benediktinermönch bei einem Gedenkgottesdienst in Altshausen.