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Philipp Jeningen

* um 1642 in Eichstätt
Taufe: 5. Januar in der Dompfarrei Eichstätt
Studium der Philosophie und Theologie in Ingolstadt
Priesterweihe: 11. Juni 1672 in Eichstätt
8. Februar 1704 in Ellwangen

Jesuit

Philipp Jeningen machte in der schweren Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg eine Ausbildung am Jesuitenkolleg in Eichstätt,  bevor er in Ingolstadt Philosophie und Theologie studierte. Am 19. Januar 1663 trat er in das Noviziat der „Gesellschaft Jesu“ in Landsberg am Lech ein. Stationen seiner pastoralen und pädagogischen Tätigkeit nach der Priesterweihe 1672 waren Altötting, Mindelheim, Dillingen und vor allem Ellwangen, wo er fast 24 Jahre wirkte.

Traum von Indien

Das große Vorbild des Ordenslebens von Philipp Jeningen war der Indien-Missionar Franz Xaver, der zusammen mit Ignatius von Loyola 1622 heiliggesprochen wurde. Voll Begeisterung für die Missionstätigkeit schrieb Pater Philipp bis zu seinem sechzigsten Lebensjahr Bittgesuche an die Ordensoberen in Rom. Die Absagen nahm er gelassen. Gehorsam in Demut, Einfalt und Liebe sah er als die größte Tugend. Sein Traum von der Mission auf anderen Kontinenten blieb unerfüllt.

Wallfahrtsseelsorger und Volksmissionar

In der Heimat wirkte er jedoch viele Jahre als beliebter Volksmissionar im weiten Umkreis von Ellwangen an der Jagst in den Bistümern, Augsburg, Würzburg, Konstanz und Eichstätt. Denn im Mai 1680 wurde er zum Wallfahrtsseelsorger an der Marienkapelle auf dem Schönenberg berufen. Dort leitete er den Bau einer weiträumigen barocken Wallfahrtskirche in die Wege, zu der bis heute zahlreiche Menschen pilgern. Wie der Gründer seines Ordens bewährte sich Philipp Jeningen als "Pilger Gottes im Dienst Jesu Christi"  und setzte mit seinem Leben ein Zeichen für die Kirche, die unterwegs ist. Am 8. Februar 1704 starb er in Ellwangen.

Gedenken

Das Grab von Philipp Jeningen befand sich zunächst im Kreuzgang der Ellwanger Basilika St. Vitus. 1953 wurden seine Gebeine in die dortige Liebfrauenkapelle übertragen, die viele bis heute in Sorgen und Nöten aufsuchen. Nach Pater Philipp sind Straßen, Gebäude und Plätze in Ellwangen, Eichstätt und Umgebung benannt. Auf Antrag der Diözese Rottenburg-Stuttgart und des Jesuitenordens wurde 1945 in Rom der Seligsprechungsprozess eingeleitet. Zur Klärung eines dafür notwendigen Wunders hat Bischof Gebhard Fürst am 7. November 2011 in Ellwangen ein vom Kirchenrecht vorgeschriebenes Kirchengericht ernannt. Die gesammelten Akten liegen seit Mai 2013 dem Vatikan vor.