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Rupert Mayer

* 23. Januar 1876 in Stuttgart
Studium der Theologie in Freiburg (Schweiz), München und Tübingen
Priesterweihe: 2. Mai 1899 in Rottenburg
Studium der Philosophie in Valkenburg (Niederlande)
Feierliches Professgelübde als Jesuit: 15. September 1938 in München
† 1. November 1945 in München

Vom Ministranten zum Priester

Rupert Mayer wuchs in einer Kaufmannsfamilie am Stuttgarter Marktplatz auf. Seine Eltern legten auch auf die religiöse Erziehung Wert, wodurch Rupert in der Innenstadtpfarrei St. Eberhard als Ministrant seine kirchliche Heimat fand. Nach dem Abitur in Ravensburg studierte Rupert Mayer in Freiburg (Schweiz), München und Tübingen Theologie und wurde in Rottenburg von Bischof Paul Wilhelm von Keppler zum Priester geweiht. Als Vikar in Spaichingen engagierte er sich neben Predigt und Religionsunterricht stark im sozialen Bereich.

Jesuit

Rupert Mayer wollte bei den Jesuiten eintreten. Da das Gesetz damals Niederlassungen dieses Ordens im Deutschen Kaiserreich untersagte, begann er sein Noviziat im österreichischen Feldkirch, studierte in den Niederlanden Philosophie und wirkte dann auch in Deutschland als Volksmissionar. Sein Orden schickte ihn 1912 nach München als Seelsorger für die Zuwanderer, wo er zu den Gründern der Gemeinschaft „Schwestern von der Heiligen Familie“ zählte.

Kriegsjahre

Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 meldete sich Rupert Mayer freiwillig als Feldgeistlicher und Divisionspfarrer zum Militär. Durch eine Verwundung in Rumänien verlor er das linke Bein, wovon er sich nur langsam erholte.  Nach dem Krieg rief er in Predigten zu innerer Erneuerung auf, wurde Präses der Marianischen Männerkongregation am Bürgersaal in München und initiierte Sonntagsgottesdienste auf dem Münchner Hauptbahnhof.

Rupert Mayer war Zeit seines Lebens sozial engagiert.

Schon vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten sah Rupert Mayer die Bedrohung und griff ab 1933 in Predigten und Vorträgen das NS-Regime immer wieder an. Vom „Redeverbot für das gesamte Reichsgebiet“, das die Berliner Gestapo-Zentrale im April 1937 gegen ihn aussprach, ließ sich der Jesuit nicht mundtot machen. Daraufhin wurde er mehrfach verhaftet. In der Zeit des feierlichen Professgelübdes von Rupert Mayer 1938 kam es zu Begegnungen mit dem aus der Diözese vertriebenen Rottenburger Bischof Joannes Baptista Sproll, der Mayer als Ratgeber schätzte. Beide blieben über Boten in Kontakt.

Obwohl er sich schließlich an das Predigtverbot hielt, geriet Rupert Mayer im November 1939 erneut in Haft, weil er sich weigerte, das Beichtgeheimnis zu brechen und Informationen an die Gestapo weiterzugeben. Im Konzentrationslager Sachsenhausen-Orienburg verschlechterte sich sein Gesundheitszustand, worauf er bis August 1940 im Kloster Ettal festgehalten wurde.  Sein starkes Gottvertrauen trug ihn in dieser schweren Zeit.

Befreiung und Tod

Nach Kriegsende 1945 konnte Rupert Mayer nach München zurückkehren. Stark geschwächt predigte er erneut und übernahm seelsorgerische Tätigkeiten, bat im September 1945 jedoch um Entbindung von seinen Aufgaben. Rupert Mayer erlitt  während einer Messe am 1. November 1945 in der Kreuzkapelle der Münchner St.-Michaels-Kirche einen Schlaganfall und starb später im Krankenhaus Josephinum. Am 4. November 1945 fand Mayers Beisetzung auf dem Ordensfriedhof der Jesuiten in Pullach bei München statt. Seine sterblichen Überreste wurden  1948 in die Unterkirche des Bürgersaals in München überführt.


Herr, wie Du willst, so will ich gehn,
Und wie Du willst, soll mir geschehn.
Hilf Deinen Willen nur verstehn.

Herr, wann Du willst, dann ist es Zeit,
Und wann Du willst, bin ich bereit.
Heut und in alle Ewigkeit.

Herr, was Du willst, das nehm ich hin,
Und was Du willst, ist mir Gewinn.
Genug, dass ich Dein Eigen bin.

Herr, weil Du's willst, d'rum ist es gut,
Und weil Du's willst, d'rum hab ich Mut.
Mein Herz in Deinen Händen ruht.

Lieblingsgebet von Rupert Mayer


Seliger

Am 3. Mai 1987 sprach Papst Johannes Paul II. den „Apostel Münchens“ genannten Jesuiten im dortigen Olympiastadion selig. Die Verehrung Rupert Mayers, des aus Stuttgart stammenden Jesuiten und Widerstandskämpfers, sind bis heute ungebrochen. So bewahrheitet sich sein Spruch:

„Ein alter einbeiniger Jesuit lebt,
wenn es Gottes Wille ist,
länger als eine tausendjährige
gottlose Diktatur.“


Rupert Mayer, SJ

Gebhard Luiz: "Ich bin Zeitzeuge von Pater Rupert Mayer"

Gebhard Luiz: "Ich bin Zeitzeuge von Pater Rupert Mayer"

"Ein Herz für die Menschen hatte er"

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Zum Gedenken an Pater Rupert Mayer

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Weihe der Rupert-Mayer-Glocke in Rottenburg-Weiler

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