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Ulrika Nisch

* 18. September 1882 in Mittelbiberach
Ordenseintritt 1904
Küchenschwester und Mystikerin
† 8. Mai 1913 in Hegne

Aus armen Verhältnissen


Franziska Dettenrieder wuchs als uneheliches Kind in armen Verhältnissen auf. Ihre ersten sechs Lebensjahre verbrachte sie bei den Großeltern. Vor ihrer Einschulung heirateten die Eltern und holten sie nach Unterstadion, wo sie zum Unterhalt der Familie beitragen musste. Der Vater führte ein strenges Regiment. Im Haushalt ihrer Tante lernte Franziska nach ihrer Schulzeit die Grundregeln des Kochens.

Weg ins Kloster

Kaum auf eigenen Beinen als Dienstmädchen in der Schweiz, litt Franziska Nisch an einer schweren Gesichtsrose. Während eines Krankenhausaufenthaltes in Rorschach lernte sie die Ingenbohler Kreuzschwestern kennen, die sie pflegten. Daraufhin setzte sie ihren lang gehegten Wunsch um, ins Kloster zu gehen, und trat 1904 in Hegne am Bodensee ein. Schwester Ulrika – der Ordensname bezieht sich wahrscheinlich auf ihren Vater Ulrich – erhielt eine Stelle in der Küche, wo sie mit großer Gewissenhaftigkeit arbeitete. Mit der Profess hatte sie 1907 ihr Ziel erreicht. Der Wahlspruch für ihr Ordensleben lautete: „Kein Maß kennt die Liebe, und wir wollen doch nur in der Liebe und für die Liebe alles leiden und arbeiten.“

Mystikerin

Schwester Ulrikas Arbeit in der Küche des St.-Vinzentius-Hauses war erfüllt vom Gebet, welches sie seit ihrer Kindheit getragen hatte. Aus dieser Haltung heraus zu leben bedeutete für sie harte Askese und geduldige Annahme der Mitmenschen und der Belanglosigkeit ihrer Tätigkeiten. Mystische Visionen überwältigten sie und brachten sie nicht nur seelisch, sondern auch körperlich bis an die Grenzen ihrer Belastungsfähigkeit.

Krankheit

Krankheiten begleiteten Ulrika Nischs Leben. Zuletzt plagte sie eine Lungen- und Kehlkopf-Tuberkulose, weshalb sie notgedrungen ihre Arbeit einstellen musste. Sie trug ihr Leiden jedoch stets mit dem Blick zum Himmel. Am 15. Juli 1912 kehrte Schwester Ulrika nach Hegne zurück, wo sie am 8. Mai 1913 im Schwesternkrankenhaus St. Elisabeth ergeben in Gottes Willen verstarb und am Pfingstsonntag auf dem Klosterfriedhof beigesetzt wurde. Seit 1991 ruhen ihre Gebeine in der Krypta des Klosters.

Selige

Am 1. November 1987 sprach Papst Johannes Paul II. Schwester Ulrika Nisch in Rom selig. Der Papst betonte in seiner Predigt ihre Gottesnähe und die Achtung des Einfachen. "Sie ist selig, weil sie einer Liebe ohne Maß vertraut hat", fasste er ihr Wirken zusammen. Nicht nur im Kloster, auch in ihrer Heimat im Kreis Biberach und in der ganzen Diözese Rottenburg-Stuttgart wird die Selige bis heute verehrt.