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Hochwasser-Helfer

„Hochwasser-Helfer“ erhalten Bürgerpreis

Sonderauszeichnung für Teilnehmer der 72-Stunden Aktion

Armin Wiesmüller

In ganz Deutschland machten Jugendliche Mitte Juni in 72 Stunden die Welt ein bisschen besser.Unter den sozialen Projekten war aus aktuellem Anlass auch ein spontaner Einsatz im ostdeutschen Hochwassergebiet, der am 2. Dezember in Berlin einen Sonderpreis des Deutschen Bürgerpreises erhielt. Pfadfinder Armin Wiesmüller aus Göppingen war damals dabei.

Armin, die 72-Stunden-Aktion war lange geplant, das Hochwasser kam plötzlich. Wie wurde das Spontanprojekt in Ostdeutschland organisiert?

Armin Wiesmüller: Im Wesentlichen hat die Diözesanstelle der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) die Organisation bezüglich Teilnehmer und Reise übernommen. Die Zuteilung der konkreten Aufgaben wurde von ehrenamtlichen Stellen und dem BDKJ vor Ort durchgeführt.

Was hat dich als Pfadfinder dazu bewegt, bei dieser Aktion mitzumachen?

Wiesmüller: In meinen Vorstands- und Leitungsposten ist sonst viel Organisatorisches zu erledigen. Bei der 72-Stunden-Aktion konnte ich ohne Organisationsaufwand meine ganze Arbeitskraft in die Durchführung stecken. Die Bewohner der Region waren sehr dankbar für die Hilfe, die wir geleistet haben. Das fühlt sich gut an, man schläft abends fix und fertig ein, damit es am nächsten Morgen mit Muskelkater wieder auf den Damm geht. Und es macht trotzdem Spaß.

Welche Aufgaben haben vor Ort auf euch gewartet?

Wiesmüller: Das war sehr unterschiedlich, wir haben uns aufgeteilt und an mehreren Stellen, wo Not am Mann war, geholfen. Eine Gruppe beseitigte die Schäden an einer Kindertagesstätte während eine andere Gruppe den kontaminierten Sand eines Beachvolleyballfeldes abtrug. Am nächsten Tag haben alle die dritte Gruppe beim Rückbau eines großen Sandsack-Dammes unterstützt.

Wie wurdest du dort aufgenommen? Haben sich auch Kontakte über die 72 Stunden hinaus ergeben?

Wiesmüller: Die Versorgung der Helfer vor Ort war phänomenal. Viel Zeit für zwischenmenschliche Kontakte in der Region blieb bei der ganzen Arbeit jedoch nicht. Allerdings habe ich viele Pfadfinder aus der Diözese kennen gelernt. Zu manchen habe ich auch heute noch Kontakt.

Was bedeutet es für dich als Fluthelfer, dass das Projekt der 72-Stunden-Aktion nun mit dem Bürgerschaftspreis ausgezeichnet wird?

Wiesmüller: Ich werte den Preis als freundliche Geste. Viel wichtiger als Preise zu verteilen ist jedoch, die ehrenamtliche Arbeit weiter zu fördern. Ich würde mir zum Beispiel vom Land und Bund bezahlte Stellen wünschen, die alle möglichen Jugendvereine besuchen und schauen, wo und wie finanzielle Unterstützung möglich ist. Dabei sollten die Erfahrungen der Mitarbeiter an die entsprechenden Stellen im Ministerium weitergeleitet werden, damit die Unterstützung den Bedürfnissen angepasst wird.

Markus Waggershauser - 03.12.2013

Person

Armin Wiesmüller ist 23 Jahre alt und wohnt in Geislingen an der Steige. Der angehende Fachinformatiker für Systemintegration ist Vorstand des Stamms St. Maria der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) in Göppingen, dem er seit 1998 angehört. Außerdem leitet er eine Gruppe und engagiert sich als Referent der Pfadfinderstufe im Bezirk Hohenstaufen.