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Improvisation ist seine Stärke

Entsendung der Kirchenmusiker

Mathias Rehfeldt

Am 24. November entsandte Weihbischof Dr. Johannes Kreidler in einem feierlichen Gottesdienst etwa 30 Kirchenmusikerinnen und -musiker, die an der Rottenburger Hochschule unterschiedliche Ausbildungsgänge abschlossen. Der B-Absolvent Mathias Rehfeldt erzählt von seinen Perspektiven.

Herr Rehfeldt, Feuerwehrmann und Lokomotivführer sollen Wunschberufe bei Jungen sein. Wollten Sie schon immer Kirchenmusiker werden?

Mathias Rehfeldt: Nein, ich hatte unzählige Berufswünsche wie Webdesigner, Programmierer und so weiter, bis ich überhaupt einmal auf Musik kam. Am Berufswunsch Musiker gibt es aber bei mir bis heute keine Zweifel. 

Welche Fähigkeiten und Kenntnisse sind notwendig, um an der Hochschule für Kirchenmusik zu studieren?

Rehfeldt: Es ist wichtig mit einer soliden Musikausbildung anzukommen. Das ist bei Kirchenmusik umso wichtiger, denn die sehr breitgefächerte Ausbildung verlangt nicht nur die Beschäftigung mit dem Instrument, sondern auch mit unzähligen anderen Aspekten der Musik. Dann darf aber auch Sozialfähigkeit nicht fehlen. Ein Chorleiter braucht Ausstrahlung, er muss seinen Chor begeistern können.

Gibt es neben dem Studium andere Möglichkeiten, sich als Organist oder Chorleiter zu qualifizieren?

Rehfeldt: Gerade die C-Ausbildung ist ideal, wenn man sich nebenamtlich als Kirchenmusiker beschäftigen will - sie ist übrigens auch sehr geeignet, um später in das Vollstudium überzutreten.

Sie haben Ihren Abschluss in Rottenburg in der Tasche und werden am Samstag von Weihbischof Kreidler entsandt - und doch sind sie weiterhin Student ...

Rehfeldt: Schon lange während des Kirchenmusikstudiums habe ich den Wunsch entwickelt zu komponieren. In meinem derzeitigen Filmmusikstudium in München lerne ich die Musik noch von einer anderen Seite kennen. Schön finde ich, dass sich diese Welten nun zu verbinden beginnen. So wird beispielsweise meine Orgelsinfonie No. 1 im Februar in München uraufgeführt und ich hatte die Möglichkeit zu der von der Diözese in Auftrag gegebenen Dokumentation über Bischof Sproll die Musik zu schreiben. So unterschiedlich diese Studiengänge sind, es kommt mir doch als ein fortlaufender Werdegang vor.  

Konzerte, Chorarbeit mit Jung und Alt und Mitgestaltung der Liturgie gehören zu den Aufgaben eines Kirchenmusikers. Was liegt Ihnen denn persönlich am meisten?

Rehfeldt: Im Prinzip ist es die Mischung aus den vielen Tätigkeiten, die Abwechslung, die Spaß macht. Wenn ich mich entscheiden müsste, wäre es jedoch vermutlich das Mitgestalten der Liturgie an der Orgel. Gerade in der Improvisation fühle ich mich sehr wohl. 

Interview: Markus Waggershauser - 22.11.2012

Person

Mathias Rehfeldt ist 26 Jahre alt und studiert seit 2011 Komposition für Film und Medien bei Enjott Schneider an der Hochschule für Musik und Theater in München. Zuvor absolvierte der gebürtige Rottenburger nach dem C-Examen 2007 den B-Studiengang an der Hochschule für Kirchenmusik in der heimischen Bischofsstadt. Der besonders auf Improvisation spezialisierte Sohn des früheren Domorganisten Wolfram Rehfeldt gewann 2010 im französischen Epinal den internationalen Orgelwettbewerb in der Kategorie "Orgue Excellence".