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Hilfe bei Missbrauch

Was tun bei sexuellem Missbrauch?

  • Ruhe bewahren - nicht überstürzt handeln!
  • Aufmerksam zuhören und die Aussage des Kindes/ Jugendlichen ernst nehmen.
  • Wichtige Botschaften: Du bist nicht schuld. Gut, dass Du Dich mitgeteilt hast.
  • Keine unerfüllbaren Versprechen geben (Geheimhaltung, eigene Grenzen achten)
  • Sich selbst Hilfe holen
  • Kurz und sachlich dokumentieren: Situation, Fakten, Aussagen des Kindes/Jugendlichen, Datum, Beobachtungen
  • Weitere Schritte mit dem Kind oder Jugendlichen besprechen
  • Keine Informationen an den/die Beschuldigte/n!
Was ist sexueller Missbrauch?

Sexueller Missbrauch von Kindern bezeichnet willentliche sexuelle Handlungen mit, an oder vor Kindern. Dabei spielen ein Macht- oder Wissensgefälle und das Alter des Kindes eine zentrale Rolle. Als Kind gilt vor dem Gesetz, wer jünger als 14 Jahre alt ist. Der Gesetzgeber definiert, dass ein Kind unter 14 Jahren nicht einwilligungsfähig ist und deshalb sexuellen Handlungen mit, an oder vor ihm nicht zustimmen kann.

Die Zärtlichkeit gegenüber Kindern ist etwas ganz normales und hat ihren notwendigen Platz in jedem verwandtschaftlichen und erzieherischen Verhältnis. Dagegen ist der sexuelle Missbrauch eine planmäßige und sexualisierte Gewalt. Jede Manipulation, die in der Absicht erfolgt, ein Kind oder einen Jugendlichen zu stimulieren, für die sexuelle Erregung zu benutzen und zu einem Sexualobjekt zu degradieren, ist sexueller Missbrauch. Der Täter nutzt seine Macht und das kindliche Vertrauen zu sexuellen Handlungen aus. Die vom Täter eingeforderte Verpflichtung zur Geheimhaltung verurteilt das Kind nach der Tat zur Sprach- und Hilflosigkeit.

Wo findet sexueller Missbrauch statt?

Die meisten Fälle sexuellen Missbrauchs erfolgen in einem engen Rahmen, in dem Kinder Erwachsenen vertrauen. Vor allem in Familien und im familiären Umfeld, aber auch in Erziehungseinrichtungen, Vereinen und Kirchengemeinden besteht die Gefahr von Übergriffen auf Kinder und Jugendliche.

Die meisten Fälle sind nach heutigem Kenntnisstand für die 50er, 60er und 70er Jahre dokumentiert. Aber auch heute gibt es Fälle sexueller Gewalt. Doch das Bewusstsein für die Schwere der Vergehen ist durch fortgeschrittene psychologische und pädagogische Erkenntnisse, therapeutische Erfahrungen sowie eine gesteigerte Sensibilität der Öffentlichkeit gewachsen.

Selbst größte vorbeugende Anstrengungen seitens der Einrichtungen, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, können den sexuellen Missbrauch an Minderjährigen nicht immer verhindern. Auch oder gerade für den familiären Bereich nehmen Experten eine hohe Dunkelziffer an. Umso wichtiger ist es, dass Opfer und Zeugen Missbrauchsfälle nicht verschweigen.

Welche Signale zeigen minderjährige Missbrauchsopfer?

Plötzliche Wesensveränderungen wie Verschlossenheit, Traurigkeit oder Gereiztheit können erste Anzeichen eines Missbrauchs sein, gehören aber auch zum ganz normalen Verhaltensrepertoire von Heranwachsenden. Auch die plötzliche Ablehnung von Zärtlichkeit kann ein Indiz sein. Jedes Kind reagiert jedoch anders auf Missbrauch. Das macht es oft schwierig, sexuellen Missbrauch am Verhalten eines Kindes zu erkennen und erschwert die Strafverfolgung.

Was tun bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch?

Wenn Sie den Verdacht haben, dass in Ihrem Umfeld ein Minderjähriger durch Mitarbeiter der Diözese Rottenburg-Stuttgart sexuell missbraucht wird, informieren Sie bitte unverzüglich die unabhängige Kommission sexueller Missbrauch (KsM) darüber. Auf diesem Wege können die notwendigen Schritte unternommen werden, den Täter schnell aus dem Zugriffsbereich auf das Opfer zu entfernen und weitere Missbrauchsfälle zu verhindern.

In Fällen von sexuellem Missbrauch sowie Verdachtsfällen von Missbrauch an Minderjährigen wenden Sie sich bitte direkt an die Ansprechpartner der Kommission sexueller Missbrauch.

Versuchen Sie nicht eigenständig in die Situation einzugreifen und den Täter persönlich auf den Vorfall anzusprechen. Der Täter hat häufig noch starken Einfluss auf das Opfer und kann dieses unter Druck setzen. Dadurch wird das Opfer weiteren Gefahren ausgesetzt.

Wie kann ich sexuellen Missbrauch verhindern?

Sollten Sie in Ihrem Umfeld sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen feststellen oder einen entsprechenden Verdacht haben, versuchen Sie nicht persönlich einzugreifen und die Angelegenheit zu regeln. Dadurch machen Sie die Situation für das Opfer in der Regel noch schlimmer. Wenden Sie sich dagegen unverzüglich an eine Ihnen vertrauensvoll erscheinende Einrichtung oder Organisation. Diese kann Ihnen aus ihrer Erfahrung heraus weiterhelfen.

Welche Umstände fördern die Gefahr des sexuellen Missbrauchs?

Das Umfeld spielt eine entscheidende Rolle dabei, ob es zu Übergriffen auf Kinder und Jugendliche kommen kann. Die Täter suchen sich ihre Opfer selten wahllos aus. Sie testen die ersten Reaktionen des Opfers und der Umgebung. Täter wollen sichergehen, dass das Umfeld ihr Vorgehen nicht bemerkt, es ignoriert oder sogar toleriert. Sie erschleichen sich das Vertrauen der Opfer, oft auch der Angehörigen. In dieser Situation will das Kind das Zutrauen zum eigentlich doch geliebten Menschen nicht verlieren und erduldet dafür die anfänglich vielleicht noch harmlos erscheinenden Übergriffe.