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Für Erzbischof Bashar Matti Warda hat die Hilfe für Flüchtlinge oberste Priorität in seiner Diözese. Er schuf in der nordirakischen Bischofsstadt Wohnraum und baute Schulen. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart wird ihn dabei weiterhin tatkräftig unterstützen, wie der zuständige Domkapitular Heinz Detlef Stäps vor Ort betonte.

Die Stadt Erbil im Nordirak beherbergt derzeit mehr Flüchtlinge, als die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2015 aufgenommen hat. Die meisten von ihnen flohen aus den vom IS besetzten Teilen des Irak – Christen, Jesiden und Muslime. Aber es sind auch Flüchtlinge aus Syrien dabei. Im Gegensatz zu anderen Landesteilen leben sie in Erbil mittlerweile in festen Unterkünften, in Wohnungen oder Containern. Sie haben dank eines engagierten Teams von Priestern, Ordensfrauen und Laien genug zu essen und saubere Kleidung sowie medizinische Hilfe, wie sich Domkapitular Stäps und seine Begleiter überzeugen konnten.

Die meisten Flüchtlinge hätten dort ein gutes Leben, wenn nicht die grassierende Zukunfts- und Hoffnungslosigkeit wäre. Der Leiter der Rottenburger Hauptabteilung Weltkirche beschreibt, dass selbst die Einheimischen kaum Arbeit hätten. Und wenn, dann erhielten sie keinen Lohn. Durch den bleibend niedrigen Ölpreis und die ständig hohen Militärausgaben steht die kurdische Regierung finanziell an der Wand. Sie hat daher am 17. Februar ein Angebot der irakischen Zentralregierung angenommen, welche die Gehälter auszahlen will - allerdings gegen eine Beteiligung an den Öleinnahmen.

Durch den Bau von Schulen und durch kostenlosen Zugang zur Universität möchte Erzbischof Warda jungen Flüchtlingenen aus allen Religionen Perspektiven geben und ihnen eine gute Startposition in der Jobsuche verschaffen - im Irak und im Ausland. Die Werte des Christentums, das in dieser Region schon in den ersten Jahrhunderten blühte, bewahrten vor Radikalismus und Extremismus, erklärte der chaldäische Kirchenmann. Daher möchte er eine weitere Abwanderung von Christen verhindern. Seit 2014 hilft ihm die Diözese Rottenburg-Stuttgart bei seinem Engagement, damit die Flüchtlinge in Erbil nicht nur überleben, sondern menschenwürdig leben können.

Markus Waggershauser

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