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Bischof Gebhard Fürst und der Sprecher des Diözesanrates von Rottenburg-Stuttgart, Johannes Warmbrunn, haben den Brandanschlag auf die geplante Flüchtlingsunterkunft in Weissach im Tal entschieden verurteilt.

„Wer anderen Menschen das Haus anzündet, greift deren Menschenwürde an“, sagte Bischof Fürst am Mittwoch in Rottenburg. Alles deute inzwischen darauf hin, dass die Unterkunft von Unbekannten angezündet worden sei. Der Bischof rief Kirche und Gesellschaft auf, solidarisch zusammenzustehen und die große Herausforderung durch die Zuwanderung von Flüchtlingen zu bestehen.

„Unsere Gesellschaft ist eine starke Gemeinschaft, die schon oft bewiesen hat, dass sie schwierige Probleme bewältigen kann“, sagte Bischof Fürst. Er bezeichnete die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer als „leuchtende Vorbilder“. Indem sie Flüchtlingen zur Seite stünden, Wohnraum zur Verfügung stellten oder für professionelle Unterstützung sowie für Entwicklungshilfe in den Herkunftsländern spendeten, leisteten die Menschen einen wichtigen Beitrag. „Folgen wir dem Beispiel vieler Menschen, ihrem Engagement, ihrer Gastfreundschaft und ihrer Fähigkeit zum wirtschaftlichen und moralischen Gestalten!“ Wenn Menschen guten Willens kreative Lösungen fänden, könnten nicht nur Flüchtlinge, sondern alle gemeinsam eine gute Zukunft haben“, sagte Bischof Fürst.

Diözesanratssprecher Warmbrunn bezeichnete Gewalt gegen Schutz suchende Menschen als „völlig inakzeptabel“. Die Täter fügten durch ihre Gewalttat allen Menschen im Land großen Schaden zu. Dem Wohl der Gesellschaft diene einzig und allein, Flüchtlingen mit Offenheit zu begegnen. „Ich bin sehr dankbar für die große, aktive Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen, die oft von unseren Kirchengemeinden organisiert wird“, sagte Warmbrunn. Mit Sorge registriert der Diözesanrat seinem Sprecher zufolge die Ängste, die Flüchtlingsströme auslösen. Ängste dürften allerdings nie zu Gewalt und Aggression führen. Umso wichtiger sei, tragfähige Beziehungen zu Flüchtlingen aufzubauen und ihnen „schnellstmöglich eine aktive Mitwirkung bei der Gestaltung unseres Landes zu ermöglichen“.

Uwe Renz

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