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Rottenburg. 13. November 2016. Für ihr vorbildliches Engagement in Kirche und Gesellschaft hat Bischof Gebhard Fürst am Sonntagnachmittag 14 Frauen und Männer aus der Diözese mit der Martinusmedaille geehrt. Die Auszeichnung war der Schlusspunkt  zahlreicher Aktivitäten im Martinsjahr 2016. Die Diözese gedachte des 1.700. Geburtstags ihres Patrons in unterschiedlichster Form; mit Gottesdiensten, Wallfahrten, Ausstellungen sowie Besuchen an Orten der Barmherzigkeit. Seit 1976 wird die Medaille jährlich an Persönlichkeiten verliehen, die sich im Geist des Heiligen Martin engagieren. Die Medaille wurde den Geehrten bei einem Empfang im Rottenburger Bischofshaus überreicht. In diesem Jahr wurden ausgezeichnet:

Erika Eichwald (77) aus Weingarten engagiert sich als evangelische Christin für Ökumene und Inklusion. Sie ist im Besuchsdienst aktiv und gestaltet Taizéabende. Sie war Lehrbeauftragte für »Deutsch als Fremdsprache« an der Hochschule Ravensburg-Weingarten, nahm ausländische Studenten in ihr Haus auf  und war Mitbegründerin der »Arche Gemeinschaft Ravensburg« für Menschen mit Behinderungen.

Gerhard Graule (61) aus Aalen-Wasseralfingen ist seit langen Jahren Kirchengemeinderat, er engagiert sich in der Musikgruppe »Jesolo« und im kommunalen Gemeinderat. Besonders am Herzen liegt ihm der »Missionsausschuss Ortskirche-Weltkirche«, dem er vorsitzt und der Spenden für nachhaltige Projekte, vor allem in Afrika, sammelt. 2012 wurde er Gründungsstifter der St. Stephanus-Stiftung.

Dr. Maria Hackl (56) aus Stuttgart-Degerloch ist kirchlich und kommunal vielseitig im Einsatz. Sie ist Lektorin und engagiertes Mitglied des Verwaltungsrates des »Sozialdienstes katholischer Frauen e. V.« (SkF). Seit 1999 ist sie zudem Gemeinderätin der Landeshauptstadt, wo sie sich immer wieder als Fürsprecherin für soziale Anliegen einbringt.

Elisabeth Hausch (76) aus Albstadt-Ebingen ist trotz der schweren Krankheit ihres Mannes als Lektorin und Vorsitzende des Kirchengemeinderates aktiv, sie setzt sich für die Städtepartnerschaft zwischen Albstadt und dem französischen Chambéry ein und engagiert sich im Kampf gegen Aids in Südafrika.

Angela und Peter Heisig (58, 59) aus Stuttgart-Degerloch setzen sich 30 Jahren tatkräftig für Menschen in der Diözese Masaka in Uganda ein. Ihr Engagement reicht vom anfänglichen Versand von Hilfsgütern über den  Verkauf von »Eine-Welt-Produkten« bis hin zum Bau von Brunnen und in jüngster Zeit dem Einsatz erneuerbarer Energien. Sie kümmern sich nicht nur selbst vor Ort um die Installation der Anlagen, sondern sichern durch Schulung junger Leute auch die Nachhaltigkeit dieses Projekts.

Heidi Porsche (73) aus Ehingen an der Donau ist seit Jahrzehnten für Menschen mit Migrationshintergrund im Einsatz und engagiert sich im »Arbeitskreis Migration« ihrer Kirchengemeinde. Aktuell organisiert sie eine Schülernachhilfe für 159 Migrantenkinder mit 49 ehrenamtlichen Lehrkräften und steht den Menschen rund um die Uhr als treue Ratgeberin zur Seite.

Annegret Rehmet (71) aus Baltmannsweiler (Landkreis Esslingen) war lange Kirchengemeinderätin, sie leitete eine Frauengruppe, Kindergottesdienste und die Sternsingeraktion in der Kirchengemeinde. Daneben ist sie als Kommunionhelferin, Lektorin, Kantorin und Leiterin von Wortgottesfeiern aktiv. Die ehemalige Lehrerin engagiert sich im Besuchsdienst, wurde als erste Frau in der Diözese als Laie beauftragt, Trauerfeiern bei Urnenbeisetzungen zu leiten und ist als Vorleserin für Kinder im Einsatz.

Xaver Sailer (76) aus Vogt (Landkreis Ravensburg) gründete eine Kolping-Familie und setzt sich für den Aufbau einer Erwachsenenbildungsgruppe ein. Er ist Lektor, Kommunionhelfer und kommunaler Gemeinderat und engagiert sich für Kinder im ugandischen Kacuro. In Vogt war er Mitinitiator des »Soli-satt-Ladens«, in dem Menschen günstig einkaufen können.

Hubert Schrack (69) aus Warthausen-Birkenhard (Landkreis Biberach) ist Sänger im Kirchenchor, Lektor, Kommunionhelfer, Kirchengemeinderat und Mitglied im Missionsausschuss. Er war Elternbeirat und Vorstand des Schulwerkes und engagiert sich im Dekanats- und Diözesanrat. Die Jugend und die »Eine Welt« liegen ihm am Herzen – hierfür engagiert er sich nicht nur in der örtlichen Kirchengemeinde und im Diözesanrat, sondern auch in Tansania.

Klaus Weller (75) aus Stuttgart ist mit großem Einsatz im Haus Martinus tätig, das über 300 Flüchtlinge beherbergt. Besonders ans Herz gewachsen ist ihm ein Bewohner mit einer schweren Behinderung, für den er eine Patenschaft übernommen hat und dem er ein wichtiger Freund in der Fremde geworden ist.

Dr. Wolfgang Wieland (73) aus Leinfelden-Echterdingen leitet Wortgottesfeiern, ist Lektor und Kommunionhelfer und engagiert sich im Erwachsenenbildungsausschuss und als Helfer bei Gemeindeveranstaltungen. Darüber hinaus bringt er Menschen in Kursen die Heilige Schrift näher und leitet Bibelwochenenden. Er veranstaltet Reisen zu biblischen Zielen und hat eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde in Manosque initiiert. Er ist im ökumenischen Dialog tätig und in der Flüchtlingsarbeit aktiv.

Alfred Peter Wolf (78) aus Rainau (Ostalbkreis) entdeckte als 16-Jähriger die Liebe zum christlichen Theater, die ihn nie mehr losließ. Sein Spiel  auf der Bühne bewegte Kirchengemeinden in der ganzen Diözese auf neue Art und Weise. Es war ein Versuch, den Menschen die Botschaft der Bibel nahe zu bringen: ohne Predigt, ohne Theologenjargon, ohne Moral-Standpauke. Sein besonderes Charisma hat Menschen in unterschiedlichen Lebens- und Glaubenslagen erreicht und animiert.

Wolfgang Znaimer (83) aus Kirchheim unter Teck ist Maler, Grafiker und Künstler und war in dieser Funktion in verschiedenen Kirchen in der Diözese tätig. In seinem künstlerischen Schaffen nimmt die Auseinandersetzung mit Tod und Auferstehung, wie auch die Beschäftigung mit Heiligenlegenden einen breiten Raum ein. Darüber hinaus gestaltet er seit über 20 Jahren Urkunden für Jubiläen und besondere Anlässe für die Mitarbeiter der bischöflichen Kurie.

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