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Die Caritas in Baden-Württemberg ruft die Landespolitik dazu auf, nach der Koalitionsbildung zügig die Gesundheitskarte für Flüchtlinge im Südwesten einzuführen. Diese Karte sei die kostengünstigste Variante der Gesundheitsversorgung.

Zum Weltgesundheitstag am 7. April macht Dr. Annette Holuscha-Uhlenbrock, Vorstandsmitglied des Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart zusammen mit ihrer Freiburger Kollegin Mathea Schneider auf das ihrer Ansicht nach ineffektive und kostspielige Verfahren der Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen aufmerksam. Flüchtlinge, die von einem Arzt behandelt werden müssen, benötigen einen Schein der Kommune. Trotzdem stehen laut Caritas dem Arzt nur begrenzte Diagnose- und Behandlungsverfahren zur Verfügung.

Die Gesundheitskarte böte eine gute medizinische Versorgung für Flüchtlinge, sofern ein Arzt über die vorzunehmenden Diagnosemethoden und Behandlungen entscheiden könne. Erfahrungen aus Bremen bestätigten, dass dies auch geringere Kosten verursache. Dies teilten die Caritasverbände Rottenburg-Stuttgart und Freiburg in einer Pressemeldung mit.

Holuscha-Uhlenbrock und Schneider widersprechen kursierenden Meinungen, wonach Flüchtlinge nach Deutschland kämen, um sich medizinische Leistungen abzuholen und diese auch zuhauf bekämen. „Leider werden die wenigen zur Verfügung stehenden Mittel im Moment durch die Bürokratie aufgefressen“, beklagen sie. Derzeit würden Krankheiten der Asylbewerber aufgrund des komplizierten Verfahrens verschleppt, Therapien bei chronischen Krankheiten oder auch die dringend notwendigen psychosoziale Hilfen könnten kaum erbracht werden.

Jochen Wiedemann

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