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Rottenburg 12. Oktober 2018. Ergänzend zu den bisherigen Berufen in der Gemeindepastoral – Priester, Diakon, Pastoralreferent/-in und Gemeindereferent/-in, – öffnet die Diözese Rottenburg-Stuttgart die Arbeit in der Gemeindeseelsorge für weitere Berufsgruppen. Sie reagiert damit auf die allgemeine demografische Entwicklung mit zurückgehenden Katholikenzahlen und einem zunehmenden Fachkräftemangel bei den pastoralen Diensten. Der jetzt in Kraft getretene Orientierungsrahmen für die integrierte pastorale Stellenplanung umfasst mit 1.170 Stellen ebenso viele wie bislang. Bei einem angenommenen Rückgang der Fachkräfte für den pastoralen Dienst ab 2020 um etwa zehn Prozent ergibt sich bis 2025 ein Potential von rund 120 Stellen für weitere Berufe.

Der neue Orientierungsrahmen zur Stellenplanung ist ein erstes Resultat des 2015 in der Diözese flächendeckend begonnenen Entwicklungsprozesses „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“. Der Schwerpunkt der Pastoral verschiebt sich von der „Kirche am Ort“ hin zur „Kirche an vielen Orten“. Der Orientierungsrahmen bietet Gemeinden und Dekanaten Planungssicherheit beim Einsatz des Personals und ermöglicht hauptberufliches Personal dort einzusetzen, wo Zukunftschancen für die Kirche liegen. Mögliche weitere Berufe für den Einsatz in der Pastoral sind beispielsweise Sozialarbeiter/-innen, Sozialpädagogen/-innen, Kirchenmusiker/-innen, Religionslehrer/-innen im Kirchendienst oder Erzieher und Erzieherinnen. Mögliche neue Aufgabenfelder können unter anderem die Jugendarbeit, Quartier- und Dorfentwicklung sein, die Begleitung von Selbsthilfegruppen oder Gremien, die Vernetzung bestehender Einrichtungen, die Ehrenamtskoordination, soziale Aufgaben, Chorarbeit und musikalische Projekte, Mitarbeit in der Katechese, in der Jugend-, Familien- oder Schulpastoral sowie in der Kinder- und Jugendliturgie.

Die Kirchenentwicklung in der Diözese wird außerdem mit insgesamt 40 Profilstellen ab dem kommenden Jahr gefördert. Neue „Experimentier-Orte“ können entstehen, die eine weitere Profilierung innerhalb der 25 Dekanate ermöglicht. Die Vergabe dieser Stellen und die inhaltliche Ausgestaltung erfolgt nach einem festgelegten Verfahren und nach Abstimmung mit allen zu einem Dekanat gehörenden Seelsorgeeinheiten und Kirchengemeinden. Die ausgewiesenen 40 Profilstellen sind keine zusätzlichen Stellen, sie entstehen in der Zusammenführung unterschiedlicher Stellenanteile. Die Profilstellen bleiben dauerhaft im Dekanat verortet.

Die neue pastorale Stellenplanung setzt des Weiteren eine Forderung der regelmäßig in der Diözese stattfindenden Jugendforen um: In jedem der 25 Dekanate ist die dauerhafte Verankerung der Jugendseelsorge vorgesehen.

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