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Rottenburg/Weingarten. 17. Oktober 2017. Bischof Gebhard Fürst hat den Beschluss des Gemeinderats der Stadt Weingarten zur Einrichtung eines Integrationszentrums begrüßt. Die gestern Abend (Montag) getroffene Entscheidung sieht den Start des gemeinsam von der Diözese Rottenburg-Stuttgart, der Stadt Weingarten, der Caritasregion Bodensee-Oberschwaben, der katholischen Gesamtkirchengemeinde und der evangelischen Kirchengemeinde Weingarten getragenen Projekts zum 1. Januar 2018 vor. Die Projektdauer ist zunächst auf drei Jahre angelegt.

„Ich bin sehr froh, dass wir mit dem Weingartener Integrationszentrum ein Modell entwickelt haben, wie man auf ganz konkrete und praktische Weise einen Beitrag zum Zusammenhalt der Gesellschaft leisten kann“, betonte Bischof Gebhard Fürst. Der Rottenburger Bischof hatte im Oktober 2013 mit der Aufnahme von Geflüchteten im ehemaligen Benediktinerkloster Weingarten ein weit über die Welfenstadt hinaus wirkendes Zeichen gesetzt. Von Anfang an hatten die Diözese, die Stadt Weingarten und die Caritas darauf hin gewirkt, dass die Sorge für geflüchtete Menschen nicht am Rande des gesellschaftlichen Geschehens stattfindet, sondern als Bestandteil einer integrativen Entwicklung der gesamten Stadtgesellschaft mit ihren unterschiedlichen Akteuren verstanden und gestaltet wird. „Das Ziel unserer Bemühungen muss es immer sein, dass in unserem Zusammenleben an erster Stelle nicht die Frage steht ‚Woher kommst Du?‘, sondern ‚Wer bist Du?‘“, betonte Bischof Fürst.

Das Konzept des Weingartener Integrationszentrums, das im Wesentlichen von der Caritasregion Bodensee-Oberschwaben initiiert wurde, sieht eine Bündelung bereits bestehender sowie neu zu schaffender Dienste und Angebote unter einem gemeinsamen Dach vor. Dazu gehören seitens der Caritas die Flüchtlingssozialarbeit, die Migrationsberatung, die von der Landesregierung finanzierten Integrationsmanager, die Koordinierung der Freiwilligenarbeit und eine Stelle für interkulturelle Begegnung. Die Stadt Weingarten bringt in die Zusammenarbeit ihre Fachstellen für Integration und kommunale Flüchtlingsarbeit sowie die Geschäftsstelle für das Bundesprogramm „Demokratie leben“ ein. Zu den angebotenen Diensten zählt auch die kirchliche Wohnrauminitiative, die seitens der Stadt unterstützt wird.

Künftige Aufgabe ist die gemeinsame Gestaltung von Integrationsprojekten und Begegnungsangeboten sowie die Vernetzung und die Kooperation mit in der Stadt tätigen Partnern, beispielsweise nichtchristliche Religionsgemeinschaften, Migrantenorganisationen, Kultur- und Sportvereine, soziale Einrichtungen sowie Bildungsträger.

Die Stadt Weingarten stellt in der Innenstadt kostenfrei ein Haus zur Verfügung; neben den gesetzlichen Leistungen von staatlicher Seite, Eigenmitteln der Caritas sowie der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden trägt die Diözese Rottenburg-Stuttgart einen beträchtlichen Teil der Kosten des Gesamtprojekts. Über eine Laufzeit von drei Jahren stehen jährlich rund 157.000 Euro aus diözesanen Mitteln zur Verfügung. Das „Modell Weingarten“ habe als Beispiel für innovative Integrationskonzepte auch an anderen Orten der Diözese eine wichtige und modellhafte Bedeutung, betonte Bischof Fürst.

Besonders freue es ihn, so Bischof Fürst, dass der Orden der Franziskanerinnen von Reute zusätzlich zu einer bereits seit Anfang 2014 in der Weingartener Flüchtlingsarbeit tätigen Schwester jetzt eine junge Schwester zur Mitarbeit im Integrationszentrum entsende. Über ihre unmittelbaren Aufgaben hinaus sei die Präsenz der Ordensfrauen im städtischen Leben ein Zeichen von großer Wirkung, sagte er.

Thomas Broch

Hinweis
Für Rückfragen steht der ehemalige Flüchtlingsbeauftragte der Diözese, Dr. Thomas Broch, zur Verfügung; er ist weiterhin Ansprechpartner der Diözese für die Flüchtlingsarbeit in der Stadt Weingarten. Kontakt: mobil 0163 6022356 oder tbroch@bo.drs.de

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