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„Wir setzen uns dafür ein, dass Flüchtlinge eine Perspektive für ihr Leben haben, wenn sie in ihr Heimatland zurückkehren. Wir wollen sie nicht einfach nur loswerden", betonen Caritasverbands-Vorstand Dr. Annette Holuscha-Uhlenbrock (Rottenburg-Stuttgart) und ihre Freiburger Kollegin Mathea Schneider.

Anlässlich des Weltflüchtlingstags (20. Juni) kritisieren die Caritasverbände in Baden-Württemberg, dass Beratungsangebote der Ausländerbehörden oft nicht ergebnisoffen seien. Es würde nur über die Rückkehrbedingungen informiert, um die Abschiebezahlen zu erhöhen. „Auf die Flüchtlinge wird so ein enormer Druck aufgebaut,“ so die Caritasvorstände.

Ob eine Rückkehr möglich, erwünscht oder gar unumgänglich sei, hänge allerdings vom jeweiligen Einzelfall ab. Eine Ausreise um jeden Preis zu erzwingen, entspräche nicht den menschenrechtlichen Standards der deutschen und europäischen Wertegemeinschaft. Eine ergebnisoffene und unabhängige Beratung hingegen gäbe den jeweiligen Flüchtlingen die notwendigen Informationen an die Hand. Dann könnten sie abwägen, ob es eine Aufenthaltsperspektive in Deutschland gibt und wie die Chancen für die Reintegration im Herkunftsland stehen.

Jochen Wiedemann

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