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Angehörige zu pflegen oder Kinder zu erziehen kann heutzutage zum Armutsrisiko werden, stellt die Caritas fest. Wer diese Aufgaben übernimmt, gibt dafür häufig die Erwerbsarbeit auf oder reduziert diese. Deshalb fordert der Wohlfahrtsverband, familiäre Leistungen stärker in der gesetzlichen Rentenversicherung zu berücksichtigen.

"Familien erbringen entscheidende Vorleistungen im Generationenvertrag", betont Annette Holuscha-Uhlenbrock. Die Caritasdirektorin der Diözese Rottenburg-Stuttgart sieht Familien mit ihren Arbeits-, Erziehungs- und Pflegeaufgaben zunehmend zeitlich und finanziell unter Druck. Daher fordert die Caritas Baden-Württemberg im Vorfeld der Bundestagswahl eine Politik, die mehr Zeit für Familienarbeit gewährt und für eine bessere materielle Absicherung der Familien eintritt.

Aus Sicht des katholischen Wohlfahrtsverbandes müsse die Politik in den nächsten Jahren dafür sorgen, dass Erziehung und Pflege stärker in der gesetzlichen Rentenversicherung berücksichtigt werden. Auch müsse mehr für einkommensschwache Familien und vor allem für Alleinerziehende getan werden. "Dies ist kein sozialpolitischer Luxus, sondern die Grundlage für eine verantwortungsvolle Familienpolitik", erklärt Holuscha-Uhlenbrock.

Eva-Maria Bolay / Markus Waggershauser

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