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Das sagte Bischof Gebhard Fürst in Rottenburg. Zu Ehren Kreidlers, der am vergangenen Mittwoch, 31. Mai, 60 Jahre alt wurde, ist unter der Titel „Leben aus der Kraft der Versöhnung“ im Schwabenverlag eine Festschrift erschienen.

Bischof Fürst dankte dem Weihbischof für seinen Dienst den er im Bischöflichen Ordinariat und in der Diözese wahrnehme. „Seine Stimme und sein Rat sind geschätzt“, sagte der Bischof. Mit seinen profunden Fachkenntnissen, aber vor allem mit seiner überzeugenden Menschlichkeit und Bescheidenheit, sei Kreidler für alle und besonders für ihn selbst ein wichtiger und wesentlicher Begleiter.

„Ich weiß aus vielen Rückmeldungen, dass Deine Mitmenschlichkeit, die Güte und Freude, die Du ausstrahlst, auch bei vielen Menschen, denen Du an verschiedensten Orten unserer Diözese begegnest, sehr gut und vor allem überzeugend ankommt und bleibenden Eindruck hinterlässt. Dies gilt insbesondere für die Feier der Liturgie und deine Predigt“, so Bischof Fürst in seiner Ansprache. Gemäß seinem bischöflichen Wahlspruch „Der Versöhnung dienen“, stelle sich Kreidler mitten hinein in den Heilsauftrag der Kirche.

Als Geschenk überreichte der Bischof seinem Domdekan und Leiter der Hauptabteilung VI – Liturgie, Kunst und Kirchenmusik des Bischöflichen Ordinariats ein Faksimile aus dem Graduale von St. Katharinental, einem der bedeutendsten gotischen Kunstwerke des beginnenden Spätmittelalters.

 

Festschrift erschienen

Zu Ehren des Jubilars ist im Schwabenverlag unter dem Titel „Leben aus der Kraft der Versöhnung“ eine Festschrift erschienen. In dem Band, der von George Augustin und Klaus Krämer herausgegeben wird, kommen Freunde und Weggefährten Kreidlers zu Wort. Gelebte Versöhnung ist die Grundvoraus¬setzung für das Gelingen des christlichen Leben und des kirchlichen Dienstes. Versöhnung ist auch das zentrale Thema, das die Beiträge in dem 250-seitigen Band und das Anliegen Johannes Kreidlers verbindet, das er in seinem bischöflichen Wahlspruch „Der Versöhnung dienen“ formuliert hat. Aus verschiedenen Perspektiven ermutigen die 17 Autoren, darunter neben den beiden Herausgebern Bischof Gebhard Fürst, Kardinal Kasper sowie die Professoren der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen, Ottmar Fuchs, Bernd-Jochen Hilberath und Michael Theobald, die Botschaft des Glaubens anzunehmen und daraus Kraft für den Alltag zu schöpfen.

Bischof Gebhard Fürst schreibt in seinem Beitrag „Von Geist und Kraft der Liturgie“ über die heilend-heilsame und versöhnende Dimension des Gottes¬dienstes und ihre Bedeutung in der modernen Gesellschaft. „Gerade eine Zeit, die das Heilige verloren zu haben scheint, bedarf erneut der Dimension der anbetenden Ehrfurcht, die dem Heiligen Raum gibt. Der Raum des Heiligen öffnet sich in der Liturgie“, so der Bischof. In ihren Pastoralen Prioritäten habe die Diözese Rottenburg-Stuttgart Liturgie und Gebet deshalb an hervorragende Stelle gestellt. Bischof Fürst hebt – ganz in der Tradition des Zweiten Vatikanischen Konzils – die heilsgeschichtliche Dimension der Liturgie und den Zusammenhang von Eucharistie und sozialer Gerechtigkeit hervor: „Mensch¬werdung Gottes ereignet sich um des Heiles des Menschen, besonders der Armen und Schwachen, willen.“

Sein Vorgänger im Bischofsamt Kardinal Walter Kasper beschreibt das Modell der „Einheit in versöhnter Verschiedenheit“ der christlichen Konfessionen: Den konfessionellen Gegensätzen müsse die trennende Schärfe genommen werden, so dass eine „Einheit in bewusster und versöhnter Verschiedenheit“ möglich werde, so das Postulat des Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen.

Klaus Krämer, Domkapitular und Leiter und Ausbildungsleiter für die pastoralen Berufe, zeigt in seinem Artikel neue Wege der Berufungspastoral auf. Durch Menschen, die ihre Berufung konsequent leben, könne anderen die grundsätzliche Möglichkeit von einem versöhntem Leben und einer versöhnten Beziehung zu Gott erschlossen werden, so Krämer.

Weihbischof Johannes Kreidler wurde am 31. Mai 1946 in Horb-Grünmettstetten geboren. Von 1966 bis 1970 studierte er katholische Theologie in Tübingen und Paris. 1972 wurde er in Rottenburg zum Priester geweiht. Nach seiner Vikarszeit in Stuttgart-Bad Cannstatt, war er Sekretär der Bischöfe Carl-Joseph Leiprecht und Georg Moser. Danach war Kreidler als Repetent am Tübinger Theologenkonvikt Wilhelmsstift (1977-1980) und als Assistent des damaligen Professors Walter Kasper am Lehrstuhl für Dogmatik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen (1980-1985) tätig. Nach seiner Promotion mit einer Arbeit über die "Theologie des Lebens" von Karl Adam (1986) leitete er das Rottenburger Priesterseminar, bevor ihn Papst Johannes Paul II. 1991 zum Weihbischof der Diözese und Titularbischof von Edistiana (Tunesien) ernannte. Bis 2004 war er als Bischofsvikar und Leiter der Hauptabteilung I des Bischöflichen Ordinariats acht Jahre lang zuständig für die Priester- und Theologenausbildung sowie für die religionspädagogische Ausbildung der pastoralen Dienste. Von 1999 bis zur Bischofsweihe von Gebhard Fürst im Jahr 2000 leitete Kreidler als Diözesanadministrator die Diözese Rottenburg-Stuttgart. 2004 übernahm Johannes Kreidler die Hauptabteilung VI – Liturgie, Kunst und Kirchenmusik. Zudem hat der das Amt des Domdekans inne. Auf der Ebene der Deutschen Bischofskonferenz gehört Kreidler den Kommissionen IV "Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste" und XI "Ehe und Familie" an. Als zuständiger Bischof der Kommission IV für das Ständige Diakonat ist er auch Mitglied der Arbeitsgruppe "Hauptberufliche pastorale Dienste" und der Bundesarbeitsgemeinschaft "Ständiges Diakonat".

Hinweis:

Leben aus der Kraft der Versöhnung - Festschrift für Weihbischof Dr. Johannes Kreidler, George Augustin, Klaus Krämer (Hrsg.), Schwabenverlag 20061, ISBN 3-7966-1306-3, 256 Seiten, 24,90 Euro.

 

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