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Beeindruckt zeigte sich der Päpstliche Nuntius, Erzbischof Nikola Eterovic, von der Bildungs- und Seelsorgearbeit in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Bei seinem Besuch im Bildungszentrum St. Kilian in Heilbronn, eine der 90 Katholischen Freien Schulen der Diözese, begrüßten 200 der insgesamt 900 Schülerinnen und Schüler den Papstbotschafter und Bischof Dr. Gebhard Fürst mit Handschlag und Gesang.

Die Besucher machten sich ein Bild davon, wie der Marchtaler Plan, das pädagogische Konzept der Katholischen Freien Schulen, konkrete Gestalt annimmt. Erzbischof und Bischof sprachen mit den jungen Leuten bei der Freien Stillarbeit, durften ins Zimmer für den wöchentlichen Morgenkreis spicken und diskutierten schließlich mit Fortgeschrittenen des Philosophisch-Theologischen Forums auf der Basis des Fernsehspiels „Terror“ über schwierige ethische Fragen.

Nach einer heiligen Messe im Deutschordensmünster St. Peter und Paul besuchten Eterovic und Fürst das Heilbronner SLK-Klinikum. Dort sprachen Medizinprofessoren und Klinikseelsorger über die Hausforderung, die jährlich 70.000 Patienten stationär und 220.000 ambulant zu behandeln. Die Klinikseelsorger zeigten sich dankbar, dass sie von den Teams aus Ärzten, Schwestern, Sozialpädagogen und Psychologen gut aufgenommen seien. Teamarbeit, Ganzheitlichkeit und Vernetzung waren oft genannte Begriffe.

Die Seelsorger beider christlichen Konfessionen boten den Besuchern einen Einblick, wie sie sich etwa auf der Intensivstation in schwierigen Entscheidungssituationen einbringen, wie sie auf der Palliativstation Patienten und Angehörige begleiten und im Perinatalzentrum als Teil des Psychosozialen Teams Eltern von extrem früh geborenen, schwer behinderten oder sehr kranken Kindern beistehen. „Ganzheitliche Spitzenmedizin mit Herz“ wolle das Klinikum anbieten, brachte ein Professor es auf den Punkt. Dazu brauche es die kirchliche Klinikseelsorge, die nach Aussage von Bischof Fürst in kaum einer deutschen Diözese so stark ausgebaut sei wie in der württemebergischen. Der Nuntius hörte aufmerksam zu. „Sehr interessant“, stellte er fest.

Uwe Renz

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