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Rottenburg. Führungskräfte-Seminar und musikalische Meisterklasse im ehemaligen Zisterzienserkloster Schöntal, Teambuilding im Schwarzhornhaus mit seinem Natur-Hochseilklettergarten auf der Schwäbischen Alb, Chor-Wochenende im Jugendhaus St. Norbert in Rot an der Rot, Vorstandssitzung bei den Benediktinern im Kloster Neresheim, Uni- Fachtagung auf dem Schönenberg bei Ellwangen und Lehrer-Fortbildungen in der ehemaligen Prämonstratenserabtei Obermarchtal - die Tagungshäuser der Diözese Rottenburg-Stuttgart bieten Gastfreundschaft in ganz besonderem Ambiente. Und das seit 20 Jahren. Ihre Organisation in einem wirtschaftlich erfolgreichen Eigenbetrieb gilt bundesweit als Vorbild. Fast drei Millionen Gäste, davon ein Drittel aus dem nichtkirchlichen Bereich, haben die 13 Tagungs- und Jugendhäuser mit ihrer Gesamtkapazität von 1.000 Betten seit 1998 gezählt. Am kommenden Samstag, 23. Juni, wird das Jubiläum im Kloster Schöntal gefeiert.

Als „Orte indirekter Katechese“ hat Bischof Gebhard Fürst einmal die Tagungshäuser der Diözese mit ihrer meist denkmalgeschützten Architektur bezeichnet. Häufig kommen gestresste Manager beim Workshop im Kloster zum ersten Mal nach Jahrzehnten wieder mit der Kirche in Kontakt, finden „in unseren Häusern die Begegnung mit Gott“, wie Ralf Kampf, Geschäftsführer des Kirchlichen Eigenbetriebes mit Sitz in Rottenburg, es formuliert. Als das Unternehmen 1998 gegründet wurde, standen nicht wenige Häuser vor dem wirtschaftlichen Aus. Es fehlte an moderner Infrastruktur, professioneller Führung und geeigneten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Hinzu kam ein großer Investitionsstau. Um mehr Gäste anzulocken, so die Überlegung des damaligen Rottenburger Generalvikares Werner Redies, brauchte es zeitgemäße Standards bei der Ausstattung der Häuser und eine Dienstleistungsphilosophie, die den Gast in den Mittelpunkt allen Handelns stellt.

Heute arbeiten rund 300 Frauen und Männer in 205 Vollzeitstellen in den meist landschaftlich sehr reizvoll gelegenen Jugend- und Tagungshäusern vom Bodensee bis zur Jagst, darunter zehn Auszubildende als Hotelfachleute, Köche und Hauswirtschafterinnen. Die Anzahl der Gäste hat sich in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt, die Auslastung aller 13 Häuser liegt im Durchschnitt bei über 60 Prozent.

Für Dietmar Krauß, Finanzdirektor der Diözese und Aufsichtsratsvorsitzender des Eigenbetriebes Bildungshäuser, ist gerade die „Dualität aus Kirchlichkeit und solider finanzieller Basis“ der Schlüssel zur Zukunft. Sowohl die Gäste aus der Wirtschaft, den Vereinen oder Universitäten als auch aus Kirchengemeinden, Chöre und Jugendgruppen schätzen das Ambiente vor allem in den Klöstern. „Auch für gestandene Manager ist es etwas Besonderes, mit einem Mönch die Frage nach dem Sinn des Lebens zu erörtern“, weiß Geschäftsführer Kampf. Praktisch alle großen Namen der Industrie im Ländle tagen regelmäßig in den diözesanen Häusern - von Bosch bis Würth, von Daimler bis ZF. Ein weiterer Pluspunkt ist der hohe Freizeitwert fast aller Bildungshäuser. Egal ob prächtiger Kräutergarten („Apotheke Gottes“) im Kloster Heiligkreuztal, die denkmalgeschützte Altstadt rings um das Rottenburger Johann-Baptist-Hirscher-Haus, der Bodensee vor der Türe des Don-Bosco-Hauses in Friedrichshafen oder der Erlebnispark Tripsdrill direkt am Fuße des Jugendhauses Michaelsberg bei Cleebronn im Unterland: Jedes einzelne Haus hat sein ureigenes Profil und Angebot von Sport über Naturgenuss bis zur Hochkultur und Kulinarik. Und: Alle Einrichtungen sind im Sinne der Nachhaltigkeit nach der europäischen EMAS-Norm zertifiziert.

Deshalb nimmt es nicht Wunder, wenn Bischof Gebhard Fürst die 13 Jugend- und Tagungshäuser „echte Juwelen unserer Diözese“ nennt, die bei kirchlichen und externen Gästen gleichermaßen beliebt sind. Die durchschnittliche Gruppengröße liegt bei etwa 20 Personen, bei wissenschaftlichen Symposien können es aber schon auch mal über 100 sein. Je nach Veranstaltung beträgt die Aufenthaltsdauer der Gruppen in der Regel zwischen zwei und fünf Tagen.

Für die Zukunft hat sich der diözesane Eigenbetrieb vorgenommen, mit der Marke „Die Tagungshäuser - mehr - weniger - anders“ den Wachstumskurs der vergangenen Jahre fortzusetzen und mit Gastfreundschaft in ganz besonderem Ambiente der Konkurrenz weiter erfolgreich Paroli zu bieten.

Das Jubiläum am Samstag, 23. Juni, in Schöntal beginnt mit einer Eucharistiefeier mit Bischof Gebhard Fürst um 10.30 Uhr in der Klosterkirche und anschließendem Empfang im Kreuzgarten. Das Programm am Nachmittag bringt neben einer Präsentation aller Häuser und Bogenschießen im Konventgarten eine Podiumsdiskussion mit Bischof Gebhard Fürst, Generalvikar emeritus Werner Redies und Geschäftsführer Ralf Kampf. Für den „nicht so ernst gemeinten Abschluss“ im Festsaal ab 18 Uhr haben die Veranstalter den weit über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus bekannten SWR-Comedian und Stimmenimitator Andreas Müller engagiert.

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