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Rottenburg/Szombathely. 7. Oktober 2016. Mit einem Aufruf von Bischof Gebhard Fürst zu Nächstenliebe und Versöhnung in Europa ist die Wallfahrt der Diözese Rottenburg-Stuttgart ins ungarische Szombathely zu Ende gegangen. In einem Europa, in dem den Menschen der Euro mehr Sorgen bereite als die seelische Not der Mitmenschen, sei der Geist und die Inspiration des heiligen Martin bitter nötig, betonte der Bischof zum Abschluss der Wallfahrt in der Kathedrale Mariä Heimsuchung in Szombathely. Gleichzeitig dankte er den Vertretern der ungarischen Diözese für den im Jahr 316 geborenen Sohn ihrer Stadt, der die Bistümer Rottenburg-Stuttgart und Szombathely als gemeinsamer Namenspatron eng verbinde.

Mit Blick auf die Haltung Ungarns in der Flüchtlingsfrage sagte Weihbischof Johannes Kreidler: „In diesen Zeiten ist es vor allem wichtig hinzuhören, sich auszutauschen und zuzuhören, so dass man einander versteht“. Auch wenn es schwer sei, sich in Gegenpositionen hineinzudenken, dürfe niemand an den Pranger gestellt werden. „Wichtig ist, das jeder an seinem Platz das umsetzt, was Martin uns vorgelebt hat“, ergänzte der Weihbischof, der die Diözesan-Wallfahrt mit über 100 Pilgern unter dem Motto „Leben teilen – Gott begegnen“ vom 1. bis 6. Oktober begleitete.

Drei Tage lang waren die Pilger rund um den Geburtsort Martins unterwegs. Zum Pilger-Programm gehörte unter anderem ein Gottesdienst sowie ein Orgelkonzert des Rottenburger Domorganisten Ruben Sturm in der Martinskirche in Szombathely, eine Begegnung mit Mitarbeitern der örtlichen Caritas sowie das Pilgern auf dem Martinusweg. Zum Auftakt besuchte die Gruppe die österreichische Martinsdiözese Eisenstadt sowie das Benediktinerkloster auf dem Martinsberg im ungarischen Pannonhalma, das seit 1996 UNESCO Welterbe ist. Den Abschluss der Wallfahrt bildete ein Aufenthalt im österreichischen Marienwallfahrtsort Mariazell.

Martin von Tours wurde 316 in Szombathely geboren, seine Jugend verbrachte er in der Heimat seines Vaters, im oberitalienischen Pavia.  Als dritter Bischof von Tours starb er in Candes bei Tours im Jahr 397.

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart ist mit dem heiligen Martin eng verbunden; sie feiert das von Papst Franziskus ausgerufene Jahr der Barmherzigkeit unter dem Vorzeichen ihres Patrons. Durch die Diözese führt ein 1.200 Kilometer langer Martinusweg, der viele der mehr als 80 Martinskirchen und diakonische Einrichtungen mit dem Namen Martins verknüpft.

Nach der Wallfahrt zur Grablege Martins im französischen Tours im vergangenen Mai war die Pilgerreise nach Ungarn ein weiterer Höhepunkt im Jubiläumsjahr zum Gedenken an den vor 1.700 Jahren geborenen heiligen Mönch und Bischof.

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