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Stuttgart. 27. Januar 2018. Eine fortgeführte Begrenzung des Familiennachzugs für geflüchtete Menschen hat die Rottenburger Ordinariatsrätin Irme Stetter-Karp als „humanitär und integrationspolitisch fatal“ bezeichnet. Mit Blick auf die aktuellen Ergebnisse der Sondierungsgespräche zwischen CDU/CSU und SPD scheine die in der vorgesehenen Neuregelung für subsidiär geschützte Menschen festgelegte Zahl willkürlich gesetzt. Nach dieser Planung dürften 1.000 Personen monatlich nachziehen, erläuterte Stetter-Karp am Samstag (27. Januar) bei den „Hohenheimer Tagen zum Migrationsrecht“ in der Akademie der Diözese in Stuttgart-Hohenheim.

„Diese Zahl ist mit der Integrationsfähigkeit des Landes nicht zu begründen“, sagte die Vize-Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes. Eine Obergrenze widerspreche der Europäischen Menschenrechtskonvention. Caritas-Mitarbeiterinnen berichteten von Leid und enormen psychischen Belastungen betroffener Familien durch die Aussetzung des Familiennachzugs, ergänzte die Leiterin der Hauptabteilung Caritas in der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Die Entscheidungen zum Familiennachzug in Deutschland hätten den Blick für reale Einwanderungsprozesse verstellt, sagte Stetter-Karp. Es bestehe die Gefahr, dass Integrationsprozesse durch die restriktiven Politiklinien in Vergangenheit und Gegenwart beim Familiennachzug behindert würden.

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