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Globalisierung, Migration und Digitalisierung sorgen vielfach für Verunsicherung und Orientierungslosigkeit. Wie sich diese Entwicklungen auf das Heimatempfinden auswirken, damit beschäftigten sich Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft katholischer Organisationen und Verbände der Diözese (ako) bei ihrer jährlichen Tagung in Stuttgart.

Der Freiburger Volkskundler und Germanist Professor Werner Mezger betonte in seinem Vortrag, dass der Heimatgedanke in der Gesellschaft 4.0 „boome“, weil sie „Menschen ermögliche, sich ihrer selbst zu versichern“. Der große Konflikt bestehe heute angesichts der starken Veränderungen – besonders auch der Migration – darin, das „Verhältnis von Eigenem und Fremdem“ durch Bewusstmachen der eigenen Tradition und einladende Öffnung in „eine gute Balance zu bringen“.

Dass die meisten biblischen Texte von „Menschen mit Migrationshintergrund“ verfasst wurden und sehr viele Akteure der Bibel bis hin zu Jesus selbst Migranten waren, darauf verwies die Wiener Professorin für Pastoraltheologin Regina Polak. Die Bibel könne so zum Lernort für Integration werden. Denn Christen seien davon überzeugt, dass ihre „wesentliche Heimat“ Gott sei, nach dem sie sich sehnen und zu dem sie unterwegs sind.

Aufgrund dieses gemeinsamen Ziels, der Heimat in Gott, böten Verbände als Institutionen vielen Menschen Heimat, die von der ‚normalen‘ Kirche nicht oder nicht mehr erreicht würden, betonte Weihbischof Thomas Maria Renz in seinem Grußwort. Die Arbeitsgemeinschaft katholischer Organisationen und Verbände der Diözese Rottenburg-Stuttgart befasst sich immer Anfang des Jahres in einer Tagung mit einem aktuellen Thema.

Sarah Kubin-Scharnowski / Markus Waggershauser

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