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Rottenburg/Stuttgart/Karlsruhe/Freiburg. 11. Mai 2016. Zur konstituierenden Sitzung des Landtages in Baden-Württemberg haben die evangelischen und katholischen Bischöfe dazu aufgerufen, im Vertrauen auf Gott und ohne Furcht Verantwortung für ein friedliches und gerechtes Leben zu übernehmen. Zentrale Aufgabe der Politik sei es, zu unterscheiden zwischen dem menschlich und politisch Machbaren und dem, was außerhalb menschlicher Möglichkeiten liege.

„Gott will keine geduckten, ängstlichen Bürgerinnen und Bürger. Gott will selbstbewusste Menschen, die im Vertrauen auf Gott frei sind, füreinander Verantwortung zu übernehmen für ein friedliches und gerechtes Leben“, sagte der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh. In seiner Predigt über den biblischen Satz „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“ sagte er in der Stuttgarter Domkirche St. Eberhard: „Während Angst und Furcht mich einengen und mich dazu bringen, die anderen nur kritisch zu beäugen und sie auf Distanz halten, ermöglicht die Liebe neue Begegnungen und Erfahrungen. Ich muss meine Identität nicht durch Abgrenzung gewinnen, ich muss nicht wegschauen, sondern kann anhalten, den Verletzten ansprechen und für Hilfe sorgen.“

Der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst erinnerte an den Widerstandskämpfer und einstigen württembergischen Staatspräsidenten Eugen Bolz, der bereits 1924 gesagt hatte: „Politik ist praktisch angewandte Religion.“ Laut Bischof Fürst war Eugen Bolz davon überzeugt: „Gott ist der Schöpfer allen Lebens. In seiner Hand liegt unser Tun und Handeln. Ihm bleibt nichts verborgen. Zentral ist es, Gott mehr zu gehorchen als den Menschen.“ Bischof Fürst betonte: "Gerade in unserer Zeit, in der erneut Millionen Menschen weltweit durch Krieg und Terror bedroht sind, sind wir wiederum herausgefordert, Zeugen für unseren lebensbejahenden Glauben zu sein. Wir sind aufgerufen, die Gottesfurcht an den Anfang unseres Tuns und politischen Handelns zu stellen“. Aus der Gottesfurcht erwachse der Auftrag und die Pflicht, diejenigen, die bei uns Zuflucht suchten aufzunehmen und im Dialog ein friedliches Miteinander zu fördern.


Hinweis:
Gleichlautende Pressemitteilung wird heute auch von den Pressestellen der Evangelischen Landeskirchen in Württemberg und Baden sowie vom Erzbistum Freiburg versendet.

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