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Rottenburg/Stuttgart 17. Oktober 2017. Mit einem Gemeindefest am kommenden Sonntag (22. Oktober) feiert die Chaldäische Katholische Gemeinde Mar Shimon Bar Sabbai die Eröffnung des ersten chaldäischen Zentrums in Europa. Mit finanzieller Unterstützung durch die Diözese Rottenburg-Stuttgart und durch handwerkliche Eigenleistung sanierte die Gemeinde die Räumlichkeiten rund um die St. Pauluskirche in Stuttgart-Rohracker. Weihbischof Matthäus Karrer und Pfarrer Sizar Happe gestalten den Festgottesdienst am Sonntag um 11.00 Uhr.

Mit rund 1,5 Millionen Euro unterstützte die Diözese Rottenburg-Stuttgart die Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen des aus den 60er Jahren stammenden dreigeschossigen Gebäudekomplexes. Dazu zählten die energetische Ertüchtigung durch Dämmung, neue Fenster, neue Elektro- und Wasserleitungen sowie Brandschutzeinrichtungen.

An jedem Wochenende kommen in Stuttgart-Rohracker rund 400 bis 500 chaldäische Christen zusammen. Zur Gemeinde zählen insgesamt 6.000 Gläubige: 2.000 kommen aus dem Großraum Stuttgart, weitere 1.500 aus der ganzen Diözese und 2.500 von außerhalb der Diözese.

Laut Pfarrer Sizar Happe stammen etwa 80 Prozent der Gläubigen aus dem Irak, weitere 10 Prozent aus Syrien und nochmals 10 Prozent aus der Türkei. Die Situation für Christen im Irak sei nach 2003 zunehmend schlechter geworden, insbesondere nach 2014 mit dem Erstarken des IS, so Pfarrer Happe. Derzeit gäbe es für Christen im Irak keine klare Zukunftsperspektive. „Die Christen haben Angst, sie haben das Vertrauen verloren und keine Hoffnung mehr, in der Heimat bleiben zu können oder gar zurückzukehren“.


Auf Initiative von Bischof Gebhard Fürst wurde den chaldäischen Christen in der Diözese Ende 2014 die Pauluskirche in Stuttgart-Rohracker von der Katholischen Seelsorgeeinheit St. Urban überlassen. In einem ersten Bauabschnitt erfolgte die Sanierung des dazugehörigen Gemeindezentrum zwischen Oktober 2016 und Sommer 2017. Mit einem zweiten Bauabschnitt soll im Januar begonnen werden.

Die chaldäische Gemeinde hat nicht den Status einer muttersprachlichen Gemeinde wie andere Gemeinden für Katholiken anderer Nationalität. Sie untersteht dem orientalischen Kirchenrecht. Ist kein chaldäischer Bischof im Land, sind die chaldäischen Katholiken als Personalgemeinde unmittelbar dem örtlichen Bischof zugeordnet.

Die chaldäische Kirche ist seit dem 16. Jahrhundert mit der römisch-katholischen uniert und gehört zu den ältesten überhaupt. Während christliches Leben in Ländern des Vorderen Orients von Auslöschung bedroht ist, entstanden in Europa neue auf Dauer angelegte Gemeinden.


Hinweis an die Medienvertreter:
Sie sind herzlich eingeladen, den Festgottesdienst in der St. Pauluskirche und die anschließende Eröffnung des Gemeindezentrums am Sonntag ab 11.00 Uhr zu begleiten. Nach dem Gottesdienst erfolgt die Segnung der Gemeinderäume durch Weihbischof Matthäus Karrer.

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