Nachrichten

Rottenburg/Untermarchtal. 21. Juni 2016. Mit Mama und Papa zum Gottesdienst zu gehen, bringt Kinder bisweilen an die Grenzen ihrer Geduld und damit auch an die der Eltern. Doch nicht zwingend müssen Kinder in der Kirche ätzende Langeweile erdulden und die Erwachsenen während des Gottesdienstes nerven. Dank eines wachsenden ehrenamtlichen Einsatzes von Müttern und Vätern für kindgerechte Liturgie können Kinder Freude am gemeinsamen Beten, Singen, Hören biblischer Texte und am spielerischen Umgang mit religiösen Inhalten erfahren. Unter dem Leitwort „Einfach Gott zur Sprache bringen!“ treffen sich am 2. Juli über 500 ehren- und hauptamtlich engagierte Mütter und Väter zum komplett ausgebuchten Kongress Kinder- und Familiengottesdienste im  Kloster Untermarchtal.

Die Erfahrung zeigt, dass nicht nur die Kleinen zwischen drei und neun Jahren die kindgerechten Gottesdienstangebote der Gemeinden wahrnehmen. Oft kommen Eltern oder Großeltern gleich mit, wie die Referentin für Liturgie mit Kindern und für Familienpastoral der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Ulrike Mayer-Klaus, bestätigt. Sie freuen sich, wenn sie am Wochenende etwas mit dem Nachwuchs unternehmen können, auch auf religiösem Gebiet. Kindgerechte Liturgieformen, lebendig und lebensnah gestaltet,  sprechen Mayer-Klaus zufolge auch oft Erwachsene an, denen herkömmliches „Kirchensprech“ etwas fremd und unverständlich geworden ist. Für sie stelle das Engagement für Kindergottesdienste häufig nach Jahren der Distanz wieder einen ersten Kontakt zur Kirche dar. Die Kanäle dafür liefen häufig über Kindergarten oder Vorbereitung auf die Erstkommunion.

Eltern wollen für ihre Kinder auch in religiöser und seelischer Hinsicht das Beste, wie die Referentin beobachtet. Durch das Elternsein würden sich oftmals bei Erwachsenen Sinnfragen neu stellen, die irgendwann in den Hintergrund geraten sind. „In der Vorbereitung der Kinder- und Familiengottesdienste kommen Fragen auf, die sich die Mütter und Väter so vielleicht nie gestellt hätten“, sagt Mayer-Klaus. Diese Fragen kindgerecht aufzubereiten, davon profitierten die Erwachsenen und mache sie auch als Erzieherinnen und Erzieher kompetenter. Dies habe inzwischen dazu geführt, dass Gottesdienstteams geschult worden sind, damit sie etwa mit verhaltensauffälligen Kindern etwas anfangen können und nicht gefrustet das Handtuch werfen. „Ein kompetent vorbereiteter Kinder- oder Familiengottesdienst kann alle bewegen, Kinder und Erwachsene“, freut sich Referentin Mayer-Klaus.

Kontakt: Ulrike Mayer-Klaus, Referentin für Liturgie mit Kindern und Familienpastoral, Telefon (07472) 922-495, umayerklaus.institut-fwb(at)bo.drs.de

Archiv