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Winfried Kretschmann hält die christlichen Kirchen auch in einer säkularen Gesellschaft für unverzichtbar. Über deren Rolle sprach der baden-württembergische Ministerpräsident mit 150 Pfarrerinnen und Pfarrern der katholischen Diözese Rottenburg-Stuttgart und der evangelischen Württembergischen Landeskirche.

Ein Unglücksfall in der Familie oder eine Katastrophe im  Ort. Der Spaßgesellschaft fehlen hier Antworten. „Was würden wir denn da machen ohne die Kirchen“, fragte Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Pfarrerinnen und Pfarrer bei einer ökumenischen Tagung in Stuttgart. Kirche könne hier bei den Menschen den Sinn für den Sinn wecken, betonte der Politiker, der auch Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken ist. Die besondere Aufgabe der Geistlichen sei die Vergegenwärtigung des Transzendenzbezuges, den eine humane Gesellschaft brauche.

Die kooperative Trennung zwischen Staat und Kirche in Deutschland zieht Kretschmann klar einem strikten Laizismus nach französischem Vorbild vor. Schon allein die deutsche Sozialgesetzgebung sei „institutionalisierte Nächstenliebe“ und nur aus dem christlichen Menschenbild heraus erklärbar. Auch wenn das Christentum dabei im säkularem Gewand erscheine, stehe sein Licht nicht unter dem Scheffel, stellte der Politiker im Blick auf das Motto der Tagung fest. Von der staatlichen Kooperation dürften jedoch andere Religionsgemeinschaften nicht ausgeschlossen werden. Auch die Kirchen müssten sich auf diese Pluralität einlassen.

Persönlich feiert Kretschmann sehr gerne den Sonntagsgottesdienst mit. Und dies „nicht nur, weil ich da nicht reden muss, sondern auch, weil es sonst nirgends mehr diese bewusste Kultur des Dankens gibt“, bekannte er den Geistlichen. Und er freue sich über jeden Kirchturm im Land – "ein Fingerzeig zum Himmel“.

Markus Waggershauser

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