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Rottenburg/Stuttgart. 18. Januar 2018. Die Klöster und Kirchen als „Schätze im Tourismus“ haben im Mittelpunkt des Empfangs der vier großen Kirchen im Land gestanden. Auf der Stuttgarter Touristikmesse CMT nahmen Experten am Donnerstag in Vorträgen und Gesprächen den „Urlaub für die Seele“ in den Blick. Noch bis Sonntag stellen die Diözese Rottenburg-Stuttgart, die Erzdiözese Freiburg sowie die Evangelischen Landeskirchen in Baden und Württemberg ihre Ferien- und Freizeitangebote auf einem gemeinsamen Messestand vor.

An die gemeinsamen Quellen der Glaubensgeschichte beider Konfessionen erinnerte der Leiter des Referats Publizistik und Gemeinde beim Oberkirchenrat der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Kirchenrat Dan Peter. Da spielten die Klöster eine zentrale Rolle, so Peter. „Uns liegt daran, Klöster als Kraftorte und geistliche Ladestationen wiederzuentdecken, als uralte Orte des Gebets und der Spiritualität“. Er verwies dabei auf die von der Landesarbeitsgemeinschaft Kirche und Tourismus neu herausgegebene Broschüre „Innehalten“. Darin verzeichnet sind mehr als 40 Klöster und Einkehrhäuser in Baden-Württemberg.

Interesse am kulturellen Erbe, und damit auch an Kirchen und Klöstern, sei ein wichtiges Motiv bei der Urlaubsgestaltung, sagte die Salzburger Professorin für eTourism sowie Innovation & Management im Tourismus, Eva Brucker.

Bei der Angebotsgestaltung sei es allerdings notwendig, die unterschiedliche Interessen der Kirchen und der Besucher im Blick zu haben: „Kirchen möchten Zugang zum Glauben verschaffen, Besucher haben oft Interesse an Freizeitgestaltung und Bildung“. Hier seien Kompromisse zwischen einer marktorientierten Angebotsform und der Glaubensvermittlung notwendig, sagte die Tourismusfachfrau.

Umfragen zu Folge zählten Werte wie „Zeit“ und „Inneres Wachstum“ zum „neuen Luxus“, erläuterte Brucker. Die Kirche könne hier Angebot machen und Menschen auf der Suche nach individuellen und nachhaltigen Erlebnissen und Kraftquellen in Urlaub und Freizeit unterstützen.

Sakralbauten böten Potenzial zur Inszenierung eines atmosphärischen wie spirituellen Erlebnisses, so Brucker. Beispielhaft nannte sie Klosterführungen im Kerzenschein, Lichtinstallationen oder Kirchenführungen unter Einbeziehung von Virtual Reality-Elementen.

Dem Urlaub im Kloster bescheinigte die Professorin der Fachhochschule Salzburg gute Zukunftsperspektiven: „Die Angebote werden künftig weiter nachgefragt und noch individueller werden.“

Eine gleichlautende Mitteilung wird auch von der Evangelischen Landeskirche in Württemberg versendet.

 

 

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