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Mit Freude und tiefem Dank hat Bischof Gebhard Fürst einen Scheck in Höhe von 427.000 Euro von der „Schwäbischen Zeitung“ (SZ) zu Gunsten der Caritas-Arbeit entgegengenommen. Den Scheck erhielt er am Freitag im Rottenburger Bischofshaus aus der Hand von Chefredakteur Hendrik Groth. Die Leser der Zeitung hatten die Summe während der Weihnachts-Spendenaktion „Helfen bringt Freude" gespendet.

Der Erlös fließt je zur Hälfte in Flüchtlingscamps im Nordirak und in 68 lokale Initiativen, die Projekte weltweit unterstützen. Zudem werden 14 Einrichtungen der Caritas in Baden-Württemberg unterstützt, die Flüchtlingen beistehen.

„Mein Dank gilt der Schwäbischen Zeitung und allen Spendern, die mit dieser Aktion ein kraftvolles Zeugnis mitmenschlicher Solidarität setzen“, sagte Bischof Fürst bei der Scheckübergabe. Menschen zu helfen, damit sie in ihrer angestammten Heimat bleiben können, sei konkret gelebte Nächstenliebe und trage zu einem Leben in Würde bei. „Wer dafür bei uns verzichtet und spendet, hat das verstanden“. Auch Pfarrer Oliver Merkelbach, Caritasdirektor der Diözese Rottenburg-Stuttgart, bedankte sich für das überwältigende Spendenergebnis und das Engagement der SZ. „Das ist ein Bekenntnis zum Helfen-Wollen. Die Leserinnen und Leser haben ein Zeichen der Solidarität mit Menschen gesetzt, die nach der Flucht neue Perspektiven brauchen. Sie verbessern auch die Lebensbedingungen vieler Menschen, damit sich diese erst gar nicht auf die Flucht begeben“, so Merkelbach.

Das Motto „Fluchtursachen bekämpfen" stand 2017 zum zweiten Mal über der Weihnachts-Spendenaktion, für die SZ und der Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart zusammengearbeitet hatten. Im Jahr davor spendeten die Leser 501.000 Euro. „Mit diesem Geld sind im Flüchtlingscamp Mam Rashan in Irakisch-Kurdistan Wohncontainer für Menschen, die vor der Terrormiliz IS fliehen konnten, angeschafft worden, außerdem wurden ein Jugendzentrum, eine Ladenstraße mit Basaren und ein Fußballplatz gebaut", berichtete Groth. Da nachhaltig gearbeitet werden solle, stünden in diesem Jahr in Mam Rashan und im benachbarten Camp Sheikhan weitere Ladenlokale und Gewächshäuser auf dem Wunschzettel. Insgesamt leben in den beiden Camps aus ihrer Heimat vertriebene 14.000 Jesiden und Christen.  „Weiter wollen wir einen Spielplatz bauen", blickte Groth voraus: „Viele der Kinder in den Camps haben schlimme Erfahrungen als Kindersoldaten gemacht und können beim Spielen hoffentlich wieder verloren gegangenes Vertrauen aufbauen." Schließlich sollen Psychotherapeuten angestellt werden, die Flüchtlingen mit traumatischen Belastungsstörungen professionelle Hilfe geben können.

Auch die lokalen Initiativen tragen der SZ zufolge dazu bei, dass sich Menschen in ihrer Heimat Perspektiven aufbauen. Drei Beispiele verdeutlichen dies:
Ellwanger Missionare versuchen, Notleidende in abgelegenen Gebieten des Südsudan mit lebenswichtigen Gütern zu versorgen. Die Comboni-Missionare Bernhard Hengl und Erich Fischnaller helfen unmittelbar und schaffen es dank guter Kontakte, unter größten Herausforderungen und Gefahren Lebensmittel aus Uganda ins Land und zu den Menschen zu bringen.
Der Eine-Welt-Kreis der katholischen Liebfrauengemeinde Mengen (Landkreis Sigmaringen) unterstützt seit dem vergangenen Jahr eine Berufsschule in Uganda, um jungen Menschen in Ostafrika eine Zukunftsperspektive zu geben.
Der Verein „Piela" aus Ochsenhausen (Landkreis Biberach) verkauft Mangos aus Burkina Faso zu fairen Preisen an Schulen im Südwesten. Mit den Spenden werden Schulen und Bildungseinrichtungen vor Ort unterstützt.

Flüchtlinge, die in Deutschland sind, erfahren Hilfe durch die Caritas. Auch hier ein Beispiel: Im Upcycling-Projekt „Buntgut" der Caritas Region Schwarzwald-Alb-Donau finden bis zu zehn Frauen mit Fluchtgeschichte die Gelegenheit beim Angebot „Sprache und Nähen" Deutsch zu lernen, ihre Deutschkenntnisse zu vertiefen und die Näherei zu erlernen.

In diesem Jahr soll die 2013 begonnene Zusammenarbeit zwischen Medienhaus und Caritasverband fortgesetzt werden. 2013 und 2014 standen Projekte, die Kinderarmut bekämpfen, im Mittelpunkt, 2015 stellte die SZ die Hospizarbeit vor. Insgesamt spendeten die Leser bisher mehr als 1,4 Millionen Euro.

Uwe Renz

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