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Oberelchingen.  Zu einer diözesanübergreifende Männer-Wallfahrt laden die  Dekanate Ehingen-Ulm und Neu-Ulm auf den Sonntag nach Christi Himmelfahrt,
2. Juni, ein. Der kurze Pilgerweg führt in drei Stationen zur barocken Klosterkirche in Oberelchingen. Bei einem gemeinsamen Weißwurstfrühstück im Anschluss soll es um gesellschaftlichen Leistungsdruck gehen und darum, diesem Grenzen zu setzen. 

Beginn der Wallfahrt ist um 5.45 Uhr beim Bildstock in der Thalfinger Straße in Oberelchingen. Die erste Station gestaltet der Neu-Ulmer Männerseelsorger Franz Snehotta. Nach dem Weg zur Klosterkirche mit weiteren Impulshalten folgt dort um 6.30 Uhr die Eucharistiefeier mit Domkapitular Dr. Wolfgang Hacker aus Augsburg. Im Anschluss geht es für die Teilnehmer zum Weißwurstfrühstück. Dort wird der Ulmer Dekanatsreferent Dr. Wolfgang Steffel im Antoniusheim einen Vortrag mit dem Thema: „Mann, Maschine, Arbeitstier? Sich engagieren mit Maß und Ziel“ halten. Beginn ist um 8 Uhr.

„Die Anforderungen im Beruf steigen ständig“, erläutert Steffel die Themenwahl. Auch die Freizeit sei da keine Zeit für einen selbst, sondern selbst wieder mit vielerlei Arbeit angefüllt. „Viele sind dazu noch ehrenamtlich in Vereinen und in der Kirche engagiert. Selbst der Ruhestand ist weit weg von echter Muße“, sagt Steffel.

In Zeiten gesellschaftlichen Leistungsdrucks und ständiger innerer Appelle lade er deshalb dazu ein, die verloren gegangene Muße wiederzugewinnen. „Heute wird der Mensch oft genug nur noch als Batterie gesehen, die durch Konsum, Training und Zerstreuung wieder aufgeladen wird, um danach wieder möglichst reibungslos zu funktionieren - wie eine gut geölte Maschine“, sagt Steffel. Alternativen dazu würden bei dem Vortrag auch unter Berufung auf die alten Römer aufgezeigt, die den Spieß umdrehten und die Arbeit schlicht als „Nicht-Muße“ bezeichneten.

Der Vortrag knüpft an einen geistlichen Weg an durch die diesjährige Fastenzeit, den im Dekanat Ehingen-Ulm 250 Gläubige unter dem Titel „Halte Maß, lass das Muss!“ mitgegangen sind. Die Erfahrungen des Weges und die Inhalte des Vortrags bei der Männerwallfahrt sind Grundlage eines neuen Bibelzollstocks „Maßstab guter Arbeit“, der den erfolgreichen „Maßstab Mensch“ aus dem Jahre 2003 aufgreift, der bisher in fünf Auflagen erschienen ist. Wolfgang Steffel entwickelt diesen neuen Meterstab zusammen mit dem früheren diözesanen Betriebseelsorge-Leiter Paul Schobel und dem Seelsorger für das Bahnprojekt Stuttgart 21, Diakon Peter Maile. Er soll 2020 erscheinen.

Die Teilnahme an der Wallfahrt steht allen Interessierten offen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Es können wahlweise auch nur einzelne Programmpunkte wahrgenommen oder ausschließlich der Vortrag besucht werden.

Zum Hintergrund:

Die diözesanübergreifende Wallfahrt mit Teilnehmern diesseits und jenseits der Donau geht auf ein Gelübde von Männern zurück, die im Falle einer glücklichen Heimkehr aus dem Zweiten Weltkrieg eine Wallfahrt begründen wollten und dies auch taten. Nähere Informationen gibt es unter Telefon 0731/9206010 oder per Email an: dekanat.eu(at)drs.de und unter www.dekanat-eu.de.

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