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Rottenburg/Stuttgart. 2. Mai 2016. Mit knapp 7 Millionen Euro hat die Diözese  Rottenburg-Stuttgart zwischen April 2014 und Dezember 2015 bislang 97 Projekte in der Flüchtlingsarbeit von Kirchengemeinden, caritativen Trägern oder kirchlich mitgetragener Gruppen unterstützt. Für die Mittelvergabe im laufenden Jahr 2016 stehen aktuell noch gut 2,3 Millionen Euro zur Verfügung, zahlreiche Anträge liegen dazu vor. Dies ist dem Geschäftsbericht „Zweckerfüllungsfonds Flüchtlingshilfen 2015“ zu entnehmen, der von der Hauptabteilung Caritas der Diözese jetzt veröffentlicht wurde.

Gespeist aus den Überschüssen des Diözesanhaushalts der Jahre 2012 bis 2014 ist  der Flüchtlingshilfefonds für diözesane Projekte mit einem Gesamtvolumen von 9,34 Millionen Euro ausgestattet. Aus Mitteln des Fonds werden Projekte im Umfang von 1.000 bis weit über 500.000 Euro unterstützt. Bei Anträgen mit einem Volumen über 10.000 Euro entscheidet ein Gremium über die Mittelvergabe.

„Wer Flüchtlinge erfolgreich integrieren will, muss ihre gesamte Lebenssituation sehen. Wir brauchen ein Verständnis von Integration, das die soziale, wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe umfasst“, so die Leiterin der Hauptabteilung Caritas in der Diözese, Irme Stetter-Karp.

Gefördert wurden beispielsweise Projekte zur zielgerichteten Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt,  die Einrichtung eines Asylcafés, die Beratung von Flüchtlingsfrauen in der Schwangerschaft oder der Aufbau nachhaltiger Strukturen zur Begleitung ehrenamtlich Engagierter durch hauptamtliche Fachkräfte.
Auch Individualhilfen werden mittels des Fonds geleistet: so wurde beispielsweise einer Familie aus Syrien die persönlichen Gegenstände eines auf der Flucht verstorbenen Angehörigen überstellt.

Mit derselben Gesamtsumme wie der Fonds zur diözesanen Flüchtlingshilfe, mit 9,34 Millionen Euro, ist auch der Fonds für Projekte zur Fluchtvermeidung und Hilfe in den Herkunftsländern der Flüchtlinge ausgestattet. Seit Anfang 2014 wurden insgesamt 45 Projekte der weltweiten Flüchtlingsarbeit mit Zuschüssen von rund 4,6 Millionen Euro durch die Hauptabteilung Weltkirche der Diözese Rottenburg-Stuttgart gefördert.  Aktuell wird unter anderen die Nothilfe für irakische Binnenflüchtlinge im Lager von Caritas Nordirak in Zakho mit einer Unterstützung von 300.000 € fortgeführt, in der Diözese Nebbi  in Uganda wird die von der örtlichen Caritas geleistete Betreuung von Flüchtlingen aus dem Südsudan mit einem Zuschuss von 100.000 Euro unterstützt. Geprüft werden derzeit zwölf weitere Anträge aus Nahost, Ostafrika und der Ukraine, bei denen es um Hilfen im Gesamtwert von 2,6 Millionen Euro geht. Geographischer Schwerpunkt der weltweiten Flüchtlingshilfe ist der Nahe und Mittlere Osten mit den Ländern, Libanon, Jordanien, Nordirak und Syrien. Ein aktueller Geschäftsbericht zur weltkirchlichen Flüchtlingshilfe wird Mitte Juli veröffentlicht.

Für die Flüchtlingshilfe der Diözese stehen über die regulären Haushaltsmittel hinaus seit Ende 2013 in einem Fonds insgesamt rund 18,7 Millionen Euro zur Verfügung. Je hälftig für Projekte der Flüchtlingshilfe in der Diözese sowie für die Bekämpfung von Fluchtursachen in den Herkunftsländern. Etwa zwei Drittel des diözesanen Fonds und die Hälfte des Fonds für Projekte im Ausland sind aktuell ausgeschöpft.

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