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Rottenburg. 26. Januar 2018. Bischof Gebhard Fürst hat im Namen von Papst Franziskus vier Personen päpstliche Ehrungen überreicht. Die Geehrten zeigten, wie der christliche Glaube in Wort und Tat vorgelebt werden kann, sagte der Bischof bei einer Feier am Freitagabend in Rottenburg. Andreas Dau Viet Hung (73) erhielt das Ehrenzeichen „Pro Ecclesia et Pontifice“, Therese Wieland (79) wurde als Dame des Silvesterordens ausgezeichnet, Ulrich Ahlert (68) und Josef Rebhan (80) dürfen sich Ritter vom Silvesterorden nennen.

Andreas Dau Viet Hung kam im Alter von 22 Jahren als Student nach Deutschland und integrierte sich rasch. Dabei half ihm sein christlicher Glaube, wie Bischof Fürst hervorhob. Der promovierte Agraringenieur aus der Diözese Vinh in Vietnam machte sich um den Aufbau der vietnamesisch-muttersprachlichen Gemeinde in Deutschland verdient; 29 Jahre war Dau Viet Hung Mitglied des Katholikenrates der Vietnamesen in Deutschland und von 1978 bis 1990 Vorstandsvorsitzender der katholisch-vietnamesischen Gemeinde der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Für die nach der Indochina-Flüchtlingskonferenz 1979 in Deutschland als boat people ankommenden Flüchtlinge aus Vietnam engagierte sich Dau Viet Hung in herausragender Weise. Er gehörte auch dem Diözesanrat von Rottenburg-Stuttgart an.

Die in Frankfurt geborene Therese Wieland kam nach ihrem Pädagogikstudium über mehrere Stationen nach Stuttgart. 1984 wurde sie Rektorin der Stuttgarter Schwabschule. Nach einer Zeit als Schulrätin im kirchlichen Dienst berief Bischof Walter Kasper sie 1992 zur Ordinariatsrätin. Sie war die bundesweit erste Frau im Leitungsgremium einer Diözese und leitete das Referat Erwachsenenpastoral und Erwachsenenbildung. Im Ehrenamt engagierte sich Wieland als Bezirksrätin, als Schöffin, als Vorsitzende des Katholischen Sozialdienstes Stuttgart und Mitglied im Zentralvorstand des Sozialdienstes Katholischer Frauen. Sie beförderte den Bau von Wohnraum für Alleinerziehende und einen Treff für wohnungslose Frauen. Für ihre Verdienste um schwangere, alleinerziehende und obdachlose Frauen erhielt sie 2001 das Bundesverdienstkreuz.

Ulrich Ahlert war bis zu seiner Pensionierung 2015 Direktor des Caritasverbandes für Stuttgart. Der Bankkaufmann und Diplom-Soziologe arbeitete von 1978 bis 1985 im Bischöflichen Jugendamt in Wernau und wechselte danach als Sozialplaner zum Landeswohlfahrtsverband Württemberg-Hohenzollern. Ab 1990 leitete er die Abteilung Soziale Einrichtungen beim Sozialamt der Stadt Stuttgart, sechs Jahre später den Eigenbetrieb „Leben und Wohnen“ der Landeshauptstadt. 2000 wurde Ahlert Direktor des Stuttgarter Caritasverbandes. Er errichtete eine neue Struktur mit Doppelspitze und dem Aufsichtsgremium Caritasrat. Bischof Fürst hob hervor, Ahlert habe diesen Verband mit heute rund 1.600 Mitarbeitenden zum größten freien Träger der Wohlfahrtspflege in Stuttgart gemacht. Auch über Stuttgart hinaus sei Ahlert aktiv gewesen, so in der Liga der Wohlfahrtspflege oder in der Bundeskonferenz der Orts-Caritasverbände. 2015 würdigte ihn der Deutsche Caritasverband mit dem „Brotteller“, höchste Auszeichnung des Verbandes.

Josef Rebhan aus Wellendingen bei Rottweil hat sich als Landespolitiker um Bildungs- und Sozialpolitik verdient gemacht. Zunächst lernte er den Beruf des Mechanikers und arbeitete in der Industrie. In seiner Freizeit bildete er sich zum Techniker weiter und wurde schließlich Berufsschullehrer. Rebhan zählt 1956 zu den Gründergestalten der Jungen Union im Kreis Rottweil, zusammen mit Persönlichkeiten wie Erwin Teufel, Heiner Geißler, Bruno Heck und Franz Sauter. Ab 1965 war er Vorsitzender der Jungen Union dort, 1980 wurde Rebhan für die CDU erstmals zum baden-württembergischen Landtagsabgeordneten gewählt. Mehrere Dekaden folgten. Er engagierte sich für Erhalt und Förderung der Katholischen Schulen, unter anderem für das Konvikt Rottweil, musisch-humanistisches Internat der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Rebhan ist Träger des Bundesverdienstkreuzes zweiter und erster Klasse.

 

 

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