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Rottenburg/Szombathely. 28. September 2016. Rund 120 Wallfahrer pilgern ab Samstag (1. Oktober) per Bus ins ungarische Szombathely, an den Geburtsort des heiligen Martin, Patron der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Nach der Wallfahrt zur Grablege Martins im französischen Tours im vergangenen Mai ist die Pilgerreise nach Westungarn ein weiterer Höhepunkt im Jubiläumsjahr zum Gedenken an den vor 1.700 geborenen heiligen Mönch und Bischof. Die Wallfahrt dauert bis zum 6. Oktober und steht unter dem Leitwort „Leben teilen – Gott begegnen“. Sie wird begleitet von Weihbischof Johannes Kreidler und Domkapitular Uwe Scharfenecker; Bischof Gebhard Fürst leitet am 4. Oktober ein Pontifikalamt in der Kathedrale von Szombathely.

Nach einem Aufenthalt in der österreichischen Martinsdiözese Eisenstadt führt die Pilgerfahrt zunächst über den Martinsberg im ungarischen Pannonhalma nach Szombathely. Der Martinsberg dort verdankt seinen Namen dem im 10. Jahrhundert gegründeten Benediktinerkloster und dessen Schutzpatron, dem hl. Martin. Nach dem Pontifikalgottesdienst in Szombathely nachmittags mit Bischof Fürst und Weihbischof Kreidler gibt der Rottenburger Domorganist Ruben Sturm am Abend in der Martinskirche von Szombathely ein Konzert.

Zur Wallfahrt gehört auch das gemeinsame Pilgern auf dem Martinusweg. Seit 2005 gehört er als „Via Sancti Martini“, der den ungarischen Geburtsort mit der Grablege des Heiligen im französischen Tours verbindet, zu den europäischen Kulturwegen. Durch die Diözese Rottenburg-Stuttgart führt seit 2011 ein 1.200 Kilometer langer Martinusweg, der viele der mehr als 80 Martinskirchen und diakonischen Einrichtungen mit dem Namen Martins verknüpft.

„Leben teilen – Gott begegnen“, zu beidem lade der heilige Martin als Symbolgestalt des Teilens und des christlichen Glaubens ein, sagt Weihbischof Johannes Kreidler. „Die Wallfahrt nach Szombathely nimmt spirituell seine Spuren auf“. Tiefer Wunsch des Menschen sei es, sich zeitlebens auf Wegen, denen Gelingen geschenkt ist, bewegen zu dürfen. Doch die Erfahrung zeige, dass keinem nur schöne und leichte Wegstrecken für sein Leben zugeteilt seien, so Kreidler. „Es kommt vielmehr darauf an, auch die steinigen Wege, auch noch die Wegabbrüche in ein umfassendes Gelingen integrieren zu können.“ Dazu könnten Wallfahrten beitragen.

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart ist mit Martin von Tours eng verbunden; sie feiert das von Papst Franziskus ausgerufene Jahr der Barmherzigkeit im Zeichen ihres Patrons mit einer Fülle von Veranstaltungen.

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