Nachrichten

Rottenburg. 8. April 2016. Als unschätzbare Hilfe für die Seelsorge und kraftvollen Beitrag für die kirchliche Ehe- und Familienpastoral hat Bischof Gebhard Fürst das Schreiben „Amoris laetitia“ von Papst Franziskus gewürdigt. Der Papst stelle in dem 300 Seiten starken Text vor, wie die Botschaft von Gottes Liebe und Barmherzigkeit die Menschen auch in noch so schwierigen familiären Situationen erreichen könne, erklärte Bischof Fürst am Freitag. „Amoris laetitia ist ein großartiges Plädoyer für liebevolle Begleitung von Menschen in allen Lebenslagen durch die Kirche“, so der Rottenburger Bischof. Das Schreiben des Papstes sei ein sehr fruchtbarer und kostbarer Beitrag zum christlichen Leben der Eheleute, der in den bisherigen päpstlichen Dokumenten seinesgleichen suche.

Bischof Fürst zeigt sich erfreut, dass Papst Franziskus auch schwierige familiäre Lebenslagen konkret benennt und Scheitern nicht ausklammert. Für solche Situationen gelte nach den Worten von Papst Franziskus „die Logik der pastoralen Barmherzigkeit“. Diese Logik gelte es nun in der Diözese Rottenburg-Stuttgart gegenüber Eheleuten, wiederverheirateten Geschiedenen und Menschen in anderen schwierigen Lebenssituationen konkret zu entfalten.

Mit seinem theologisch tiefgründigen und gleichzeitig lebensnahen Schreiben biete der Papst Bischof Fürst zufolge Perspektiven an, wie das hohe christliche Ideal von Ehe und Familie mit Hilfe von liebevoller und barmherziger Begleitung gelebt werden kann. Der Papst relativiere mit seinem Schreiben die Lehre der Kirche nicht; er mahne aber, deren Leben stärkende Werte in den weltweit jeweils unterschiedlichen Gesellschaften mit hohem Realitätsbewusstsein zu konkretisieren. „Der Papst zeigt, wie wenig generelle Regeln in einzelnen Situationen direkt umsetzbar sind“.

Der Papst sei seiner bisherigen Linie, so Bischof Fürst, treu geblieben, indem er die von Jesus Christus erwiesene Liebe und Barmherzigkeit über rigides Einhalten von Normen und Vorschriften stelle. Sein Appell, Menschen in so genannten „irregulären Situationen“ wie wiederverheiratete Geschiedene mit weitem Herzen in der kirchlichen Gemeinschaft an- und aufzunehmen, bedeute einen Motivationsschub für die Seelsorge. Der Papst bestärke die Gemeinden und ihre Seelsorger, Menschen in schwierigen familiären Lagen bedarfs- und situationsgerecht zu begleiten. Bischof Fürst sicherte zu, das bereits bestehende Angebot der Diözese Rottenburg-Stuttgart für Eheleute und Familien weiter auszubauen. „Die Forderung des Papstes, dafür zu sorgen, dass Ehen und Familien gefestigt werden, findet meine ganze Unterstützung.“

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart erklärte bereits 2007 den Bereich „Ehe und Familie stärken“ unter der Überschrift „Zeichen setzen in der Zeit“ zu einer ihrer pastoralen Prioritäten. In dem 2013 zu Ende gegangenen zweijährigen diözesanen Dialogprozess „Zeit zu hören“ standen Fragen zu Ehe, Familie und Sexualität ganz oben auf der Agenda.

Die württembergische Diözese bietet eine Fülle von Hilfen für Paare und Familien, abgestimmt auf deren jeweilige Lebensphasen, angefangen von Kommunikationstrainings, Ehevorbereitung und Ehebegleitung, über Angebote für junge Eltern und Kinderbetreuung bis hin zur Begleitung in Umbruchphasen und Lebenswenden. In Trainings wie EPL oder KEK können Paare lernen, wie man konstruktiv kommuniziert. In KESS-Kursen erhöhen Eltern ihre Erziehungskompetenz. Auch die katholische Erwachsenenbildung (keb) und Beratungsstellen des Caritasverbandes der Diözese machen zahlreiche Angebote für Paare, Eheleute und Familien. Seit über 30 Jahren finden in der sogenannten Treffpunktarbeit alleinerziehende Mütter und Väter zusammen, um sich auszutauschen.

Archiv