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Rottenburg. 22. April 2016. Anlässlich des am Freitag in New York unterzeichneten UN-Klimaabkommens hat der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst zu konsequenterem und verstärktem Engagement für die Bewahrung der Schöpfung aufgerufen. Der Kampf gegen den Klimawandel mit seinen bedrohlichen Folgen für die Schöpfung erfordere radikales Umdenken und grundlegend verändertes Handeln, sagte der Bischof.

Bischof Fürst mahnte, für dieses Ziel müsse jeder Einzelne gewissenhaft beitragen und den Ausstoß von klimaschädlichem Co2 senken. Er wies darauf hin, dass die Flüchtlingsproblematik auch in Zusammenhang mit dem Klimawandel stehe; die drängenden Herausforderungen durch die Flüchtlinge dürften das Bewusstsein für die Bewahrung der Schöpfung und des Klimas nicht vordergründig verstellen. „Wir stehen mit Blick auf das Klima in vielfältiger Verantwortung. Als Verkehrsteilnehmer, als Verbraucher, als Bauherren, als Arbeitgeber und Arbeitnehmer oder als Urlauber“, betonte der Bischof.

Nach Überzeugung von Bischof Fürst muss sich jedes Handeln in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft daran messen lassen, ob es zur Dekarbonisierung, also der Minderung des Co2-Ausstoßes beiträgt. Die Wirtschaft in Deutschland ermutigte der Bischof, vorbildhaft nachhaltige Technologien auf der Basis erneuerbarer Energien weiterzuentwickeln. „Dafür sind gewiss Investitionen nötig; sie werden sich aber als zukunftsfähig erweisen und bezahlt machen“, zeigte sich der Bischof überzeugt.

Er versicherte, seine Diözese wolle sich als schöpfungsfreundlich bewähren. Klimaschutz dürfe für Christen kein x-beliebiges Thema sein, es habe vielmehr höchste Priorität. Seit rund zehn Jahren müht sich die württembergische Diözese im Rahmen ihrer Klimainitiative um den Erhalt der Schöpfung. Inzwischen liefern auf vielen kirchlichen Häusern Sonnendächer emissionsfrei Strom. Fachleuten zufolge wird aktuell der jährliche Ausstoß von Co2 in der Diözese um geschätzt rund 2.500 Tonnen gesenkt.

Der Diözesanrat bewilligte für seinen Nachhaltigkeitsfonds Millionen Euro für energieeffizientes Bauen. Bis heute ist dieser Finanzstock auf über 17 Millionen Euro gewachsen. Fast 75 Millionen Euro investierten Kirchengemeinden vor Ort in rund 500 Klima- und Umweltschutzmaßnahmen. Dazu gehören Maßnahmen wie regenerative Energiegewinnung, nachhaltiges Bauen oder ressourcenschonende Heiztechnik.

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