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Die Schulleiterinnen und Schulleiter der katholischen freien Schulen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart haben bei ihrer gemeinsamen Tagung Stellung bezogen gegen den Versuch, Lehrkräfte einzuschüchtern durch die Einrichtung einer Onlineplattform, die zur Denunziation aufruft.

Treffenderweise beschäftigte sich die Tagung der Schulleitungen genau mit der Frage, was eine katholische Einrichtung auszeichnet. Das aktive Eintreten für christliche Werte und Überzeugungen ist Teil dieses Selbstverständnisses und ganz im Sinne der Schulpatrone wie Rupert Mayer, Maximilian Kolbe, Eugen Bolz oder Bischof Sproll. In der Tradition dieser Männer, die Unrecht benannt und sich gegen das Unmenschliche erhoben haben, nehmen die katholischen freien Schulen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart deutlich Stellung zu gesellschaftlichen Entwicklungen, die diesen Werten widersprechen.

„Wir tun dies zum Schutz aller Beteiligten an unserem Schulleben und in Sorge um das Zusammenleben in unserer Gesellschaft,“ betont Joachim Schmidt, Direktor der Stiftung Katholische Freie Schule der Diözese Rottenburg-Stuttgart. „Wir wollen, dass sich die uns anvertrauten Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in einer vertrauensvollen Umgebung zu freien, verantwortungsbewussten und kritischen Persönlichkeiten entfalten können. Deshalb nehmen wir nicht hin, dass das Vertrauen zwischen den am Schulleben Beteiligten zerstört wird.“

Katholische freie Schulen stehen dafür, Meinungsvielfalt zuzulassen, konstruktive Dialoge zu führen und Toleranz zu leben. Die Lehrkräfte dürfen nicht nur, sie sollen sogar ausdrücklich gesellschaftliche Diskurse analysieren und aufdecken, die sich gegen das christliche Menschenbild richten und in denen Demokratie und Menschenrechte in Frage gestellt werden.

Die Aufforderung des ehemaligen Rottenburger Bischofs Johannes Baptista Sproll, „Seid selbständig im Urteil“ gilt auch heute. Mehr denn je ist es notwendig gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern Projekte für Toleranz, Vielfalt und den Schutz von Minderheiten zu initiieren. Wer die Chance wahrnimmt Menschen kennenzulernen und zu fragen, was sie bewegt, kann pauschalen Vorverurteilung entgegentreten.

In einer gemeinsamen Stellungnahme bitten die Schulleiterinnen und Schulleiter auch die Eltern, die sich für eine werteorientierte Bildung an einer katholischen freien Schule entschieden haben, um Solidarität und Unterstützung. Gemeinsam sollen Schülerinnen, Schüler, Eltern und Lehrkräfte die Schule als Raum für den demokratischen Dialog und die wertegestützte Meinungsbildung nutzen.

Iris Geigle

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