Nachrichten

Rottenburg. 2. Juni 2016. Zu einer aufrichtigen Auseinandersetzung mit dem „dunklen Kapitel ihrer Geschichte“ hat Bischof Gebhard Fürst die türkischen Mitbürgerinnen und Mitbürger in Deutschland sowie die Repräsentanten des türkischen Staates aufgefordert. Mit Blick auf die für Donnerstag (2. Juni) im Bundestag geplante Verabschiedung der Armenien-Resolution bekräftigte der Rottenburg-Stuttgarter Bischof erneut, dass nur durch die Anerkennung der Deportation der Armenier als Völkermord Dialog und Versöhnung möglich sei.

Deutschland habe sich in einem mühsamen Prozess seiner historischen Schuld gestellt und diese Schuld, den Völkermord an den europäischen Juden sowie an den Sinti und Roma, als bleibende Verantwortung anerkannt und so seinen Platz in der Völkergemeinschaft erlangt. „Das sind die Voraussetzungen für Vertrauen; das sind auch die Voraussetzungen dafür, in glaubhafter Weise zu mehr Frieden in dieser friedlosen Welt beizutragen“, unterstrich der Bischof.

Bischof Gebhard Fürst hatte sich bereits im vergangenen Jahr aus Anlass des 100. Jahrestag des Genozids an Armeniern, Syrern und Pontos-Griechen in ähnlicher Weise in einer Erklärung zur Vertreibung der Armenier durch das Osmanische Reich geäußert.

Archiv