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Bei seinem Besuch im Werk der Liebherr-Firmengruppe in Ehingen hat Bischof Gebhard Fürst der Unternehmenskultur seine Anerkennung ausgedrückt. Das Kranbau-Unternehmen beweise mit der dort eigens eingerichteten Sozialberatung Interesse auch am seelischen Wohlergehen der Mitarbeiterschaft, betonte der Bischof.

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterinnen lassen ihre privaten Sorgen ja nicht am Firmeneingang liegen, sondern tragen sie mit an ihre Arbeitsplätze“, sagte Bischof Fürst. Bei der Sozialberatung, in der ein Psychologischer Berater und zwei katholische Diakone Gespräche anbieten, können Kollegen in Krisen und Konflikten vertraulich sprechen und bei Bedarf weiterführende Hilfen bekommen.

Seit 2010 haben die 3.300 Liebherr-Mitarbeitenden in Ehingen die Möglichkeit, sich im Bedarfsfall an die innerbetriebliche Sozialberatung zu wenden. Der gelernte Maschinenschlosser, heutige hauptberufliche Sozialberater und Arbeitsmedizinische Assistent Thomas Eisele sowie die beiden Diakone Jörg Gebele, Maschinenbau-Ingenieur für Hydraulik und Thomas Lerner, Bauingenieur für Statik, arbeiten eng abgestimmt mit Betriebsseelsorger Michael Brugger und dem Betriebsrat zusammen. Die Themen reichen von privaten Sorgen und Problemen über seelische Belastungen, materielle Schwierigkeiten, Konflikte mit Kollegen bis hin zu Suchtproblemen.

Beim Rundgang durch das Ehinger Liebherr-Werk mit Mitgliedern der Geschäftsleitung sprach Bischof Fürst mit Mitarbeitenden unter anderem in der Lehrwerkstatt, im Stahlbau, in der Großmechanik und in der Abnahme-Abteilung der Raupenkrane. So konnte er sich etwa im Bereich Stahlbau, in dem zwei Drittel der Mitarbeiter einen Migrationshintergrund haben, einen Eindruck von den Arbeitsbedingungen verschaffen. An einer weiteren Gesprächsstation erzählten Frauen dem Bischof, wie es ihnen in einem Metallbetrieb geht, der traditionell durch sogenannte Männerberufe geprägt ist.

Für die Kollegen in allen Arbeitsbereichen gelte, wie Sozialberater Eisele für sich und sein Team sagte, Respekt vor dem einzelnen Menschen. „Das gilt ohne Ansehen der Person, des Geschlechts, der Religion oder der sozialen Herkunft.“ Als Sozialberater seien sie allein dem jeweiligen Gegenüber verpflichtet. Als gründlich ausgebildete Fachleute hätten sie die Kompetenz dafür, betonte Eisele.

Uwe Renz

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