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Die Digitalisierung prägt die Zukunft des lebenslangen Lernens. Dirk Deuster vom Robert Bosch Kolleg sprach am Donnerstag beim Jubiläum „40 Jahre Institut für Fort- und Weiterbildung“ über die Zukunft der beruflichen Fortbildung.

„Wir müssen anders lernen als bisher. Und dazu gehört auch: Wissen teilen.“ Gastreferent Dirk Deuster vom Robert Bosch Kolleg betonte, dass Digitalisierung die Fort- und Weiterbildung in einem Unternehmen verändere. Zwischen der Situation eines großen Unternehmens und der kirchlichen Fort- und Weiterbildung zeigten sich bei der Vortrags- und Diskussionsveranstaltung in der Rottenburger Zehntscheuer einige Parallelen.

Es sei eine Herausforderung, wenn 80 Prozent der Mitarbeiter vor der Digitalisierung aufgewachsen sind. Laut Deuster verliert die Berufserfahrung an Bedeutung, die Halbwertszeit des Wissens verkürzt sich. Gleichzeitig verdopple sich die Menge der Information im Internet alle zwei Jahre. Lernen werde somit immer mehr zum Wissensmanagement. Die Digitalisierung bewirke, dass ältere Mitarbeiter gegenüber jüngeren nicht mehr automatisch einen Wissensvorsprung hätten.

Lernen müsse deshalb zukünftig generationenübergreifend sein und zwischen allen Mitarbeitern geteilt werden. Auch dürfe hierbei nicht mehr strukturell nach Abteilungen gedacht werden, forderte der Leiter des Bosch Training Centers. Zu den klassischen Veranstaltungen mit vor Ort anwesenden Teilnehmern kämen vernetzte Community-Elemente und andere digitale Angebote, die didaktisch und methodisch auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Mitarbeiter eingehen sollten. Sie dürften jedoch die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter nicht überbeanspruchen und müssten zugleich den Lerninhalt nachhaltig vermitteln. Dann sei die Digitalisierung in der Lage, die Worthülse „lebenslanges Lernen“ zu füllen.

Jochen Wiedemann

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