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Tübingen/Rottenburg. 3. November 2017. Eine traditionsreiche Tübinger Einrichtung kann auf 200jähriges Bestehen zurückblicken: 1817 ließ König Wilhelm I. von Württemberg in der Universitätsstadt ein Hochschulkonvikt einrichten, das die zukünftigen katholischen Priester während ihres Studiums begleiten sollte. Bis heute trägt das katholische Stift den Namen des Königs. Am Freitagabend feierte Bischof Gebhard Fürst das Jubiläum dort, wo er selbst als Student wohnte und wo er als sogenannter Repetent später Theologiestudenten begleitete.

Wo heute das Wilhelmsstift steht, befand sich einst an der Ammer ein 1272 gegründetes Franziskanerkloster. Daran erinnert heute eine Franziskusfigur im Innenhof. 1540 brannte das zu Beginn der Reformation aufgehobene Kloster ab. In den verbliebenen Gebäuden wurde 19 Jahre später ein „Collegium Illustre“ eingerichtet, zur Vorbereitung junger Adliger auf den Staatsdienst. Zwischen 1588 und 1592 entstand die heutige Vierflügelanlage im Renaissancestil.

1817 wurde in Tübingen die katholisch-theologische Fakultät gegründet; sie sollte neben der evangelisch-theologischen bestehen. Um die in der Säkularisation neu zu Württemberg gekommenen katholischen Gebiete mit Seelsorgern zu versorgen, ließ König Wilhelm I. im selben Jahr im alten „Collegium Illustre“ ein Hochschulkonvikt die angehenden katholischen Priester einrichten. Seit dieser Zeit bildet die Diözese Rottenburg-Stuttgart ihren Priesternachwuchs im Wilhelmsstift an der Collegiumsgasse aus.

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