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Rottenburg/Tours. 11. Mai 2016. Mit 350 Wallfahrern pilgert Bischof Gebhard Fürst per Bus ab Dienstag (17. Mai) ins französische Tours zum Grab des heiligen Martin, Patron der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Die bis 21. Mai dauernde Wallfahrt ist Höhepunkt im Jubiläumsjahr zum Gedenken des vor 1.700 Jahren im ungarischen Szombathely geborenen und in Candes bei Tours an der Loire verstorbenen heiligen Bischofs. Die Wallfahrt führt zum Sterbeort Martins, zur Basilika mit seiner Grablege in Tours und nach Ligugé, wo der Heilige unter dem Einfluss seines Lehrers Hilarius von Poitiers das erste Kloster des Abendlandes gründete. Auch Marmoutiers in der Nähe von Tours, wo Martin als Bischof 361 ein Kloster gründete und mit Eremiten weiterhin als Mönch lebte, steht auf dem Reiseprogramm.

Vor zwei Jahren pilgerten Gläubige aus der württembergischen Diözese zum ungarischen Geburtsort ihres Patrons, nun suchen sie unter dem Motto „Leben teilen – Gott begegnen“ Sterbeort und Grabstätte auf. Ziel der Wallfahrt ist, die vielfältigen Aspekte des Heiligen wahrzunehmen, die weit über Martin als barmherzigen Mantelteiler hinausweisen. So gilt er als Leitbild eines christlichen Europas, der Ost und West verbindet, sowie als Ikone der Nächstenliebe, die für den Kontinent richtungsweisend sein kann. Auch steht Martin von Tours für Toleranz und eine menschenfreundliche Grundhaltung, die er aus tiefer Verwurzelung im christlichen Glauben entfaltete. So trat er beim Kaiser entschieden, wenn auch vergeblich, gegen die Hinrichtung Priscillians ein, eines als Ketzer verurteilten spanischen Asketen.

Zum Programm der Wallfahrt gehören Konzerte des von Justus Frantz geleiteten Orchesters der Nationen Mitteuropa am 19. und am 20. Mai in der Kathedrale von Tours. Am 19. Mai abends feiern der Rottenburger Bischof und der Erzbischof von Tours, Bernard-Nicolas Aubertin, mit deutschen und französischen Gläubigen eine Messe in der Kathedrale. Zum Ende der Pilgerreise segnet Bischof Fürst am Grab des Heiligen eine neu angebrachte Plakette zum Gedenken an den Besuch der schwäbischen Pilger.

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart ist mit Martin von Tours eng verbunden, sie feiert das von Papst Franziskus ausgerufene Jahr der Barmherzigkeit unter dem Vorzeichen ihres Patrons. Durch die Diözese führt ein 1.200 Kilometer langer Martinusweg, der viele der mehr als 80 Martinskirchen und diakonische Einrichtungen mit dem Namen Martins verknüpft. Ziel ist, über einen weiter auszubauenden Martinusweg Europa grenzüberschreitend von Ungarn bis Frankreich zu verbinden.

Hinweis: Texte, Fotos und kurze Filmbeiträge von und während der Wallfahrt auf www.drs.de und https://martinswegblog.wordpress.com/

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