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Rottenburg/Rom. 4. Juni 2016. Papst Franziskus hat sich am Samstag (4. Juni) mit einer Delegation des Internationalen Diakonatszentrums (IDZ) in Privataudienz getroffen. Begleitet wurden die 35 Delegierten aus allen Kontinenten vom Protektor des IDZ, dem Rottenburger Bischof Gebhard Fürst, sowie dem IDZ-Präsidenten Klaus Kießling.

Das mutige und ermutigende Zeugnis des Papstes für eine diakonische Kirche gebe auch dem Diakonat neue Kraft, sagte Bischof Gebhard Fürst in seiner Ansprache bei der Audienz im Vatikan. Er unterstrich, dass für die Zukunft der Kirche die Verbindung zwischen dem Sakrament der Ehe und dem Sakrament der Weihe zum Diakon elementar bedeutsam sei. „In den letzten Jahren ist die Anzahl der geweihten Diakone weltweit auch deswegen so beeindruckend gestiegen, weil viele darin ihre Berufung von Ehe und Ordination erkennen und sich auf diesem Wege in den Dienst der Verkündigung, der Diakonie, der Solidarität und auch der Liturgie stellen“, so der Rottenburg-Stuttgarter Bischof.

Das Ringen der Diakone weltweit mit verschiedenen pastoralen Herausforderungen und unterschiedlichen Traditionen war Thema der Ansprache von Klaus Kießling. Doch genau diese Differenzen und diese Buntheit ließen gleichzeitig das Internationale Diakonatszentrum zu einem inspirierenden weltkirchlichen Lernort und zu einem Brücken bauenden Netzwerk werden, so der Präsident des IDZ. Dies geschehe unter anderem Dank der Mitwirkung an internationaler theologischer Forschung zu Quellen der Diakonie und des Diakonats – im Respekt vor der Würde dieses Amtes, im Respekt vor der Würde der ordinierten Männer und im Respekt vor der Würde aller Frauen, insbesondere derer, die nach Zulassung zu diesem Amt fragten, erläuterte Klaus Kießling.

Er sagte Papst Franziskus zu, der diakonalen Sendung treu zu bleiben, denn: „Diakonie ist unsere Mission – und die Mission der ganzen Kirche“. Dabei treibe ihn eine Frage um, so Kießling, zu der er sich ermutigt fühle, weil Papst Franziskus von der Vision einer diakonischen Weltkirche beseelt sei: „Welchen Platz weisen Sie darin uns Ständigen Diakonen zu?“, wandte sich der Diakon der Diözese Rottenburg-Stuttgart und Theologie-Professor an Papst Franziskus.

Die Privataudienz des Papstes für das IDZ wurde jetzt möglich, nachdem ein ursprünglich geplantes Treffen mit den internationalen Diakonen im Rahmen der 50-Jahr-Feier des IDZ im Oktober 2015 in Rom nicht stattgefunden hatte. Papst Franziskus konnte wegen der zeitgleich angesetzten Familien-Bischofssynode die Begegnung mit den fast 600 Teilnehmern der Jubiläumsfeier nicht ermöglichen.

Das IDZ wurde 1965 nach einem Studienkongress in Rom gegründet. Seine Geschäftsstelle ist in Rottenburg/Neckar. Auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil wurde das Amt des Diakons, das auch verheirateten Männern offen steht, als eigenständiges Amt in der katholischen Kirche wieder hergestellt. Die weltweit ersten Ständigen Diakone wurden 1968 in den Diözesen Köln und Rottenburg geweiht, bereits drei Jahre nachdem das IDZ als kirchlich anerkannter Verein in Rom gegründet worden war. Weltweit gibt es derzeit 44.000 Ständige Diakone in über 130 Ländern, mit steigender Tendenz. In Deutschland sind aktuell über 3.000 Ständige Diakone im Einsatz.

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